fullscreen: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

L. Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung. 729 
Manne geschlafen; daher sei verbotener geschlechtlicher Umgang gekom- 
men, sie ®ei nun allmälig verdorbener und verdorbener geworden; end- 
lich sei sie, nachdem sie ihren guten Charakter verloren, zur Stadt ge- 
zommen und habe als einzige Ernährungsquelle Hurerei getrieben. Ein 
anderes Frauenzimmer gab zu, dass ihr erster -Fehltritt in Folge Schla- 
fens mit einem Ehepaar in demselben Zimmer begangen worden sei. So 
zlaube ich, dass die beiden ledigen Frauen, die, wie bemerkt, mit den 
verheiratheten Leuten in demselben Zimmer schliefen, von den Männern 
zebraucht wurden, Ebenso erfuhr ich, dass die zwei Töchter und die 
Mutter mit den Schiffsleuten, die in demselben Raume schliefen, geschlecht- 
lichen Umgang hatten.“ 
Seite 131. Die arbeitenden Classen in diesen Distrieten Schott- 
lands lebten ebenfalls so dicht gedrängt mit ganz und gar heruntergekom- 
menen Subjecten, dass ihnen alle gesellschaftlichen Sitten abhanden ge- 
men waren. — 
Auf die Frage: wann haben Sie sich zuletzt gewaschen, antwortete 
Einer: als ich das letzte Mal im Gefängniss war, Auf meine Frage an 
einige Kinder in einem der von ihnen angefüllten Zimmer in den engen 
Gassen Glasgow’s, welches ihr Name sei, wussten sie keine Antwort. Einer 
Jer Insassen nannte Spitznamen, „Die Sache ist“, bemerkt Captain 
Miller, Polizeisuperintendant, „dass sie keine Namen haben. In diesen 
Gebäuden bin ich sicher, tausend Kinder zu finden, die keinen Namen 
haben, höchstens Spitznamen wie die Hunde.“ Unter den Insassen wur- 
Jen Arbeiter gefunden, die zweifellos genug verdienten, um bequeme Woh- 
nungen zu bezahlen, intelligente Männer und Frauen mit Schulbildung, die 
zu bessern Gewohnheiten hätte führen sollen. Meine eigenen Beobach- 
tungen sind bestätigt worden durch die Aussage von Herrn Alison 
(Glasgow), dass in den grossen Manufacturstädten Schottlands die Erzieh- 
ung vollkommen über den Haufen geworfen wird durch das übermässige 
Trinken von Whiskey und durch die gehäufte Bevölkerung. Man wird 
finden, dass die Geistlichen Aehnliches über die Landdistricte berichten 
werden. Meine Ansicht ist, dass der Gebrauch des Whiskey und das 
Zugrundegehen der Bildung und der guten Sitten bei den. schottischen 
Arbeitern in einem bedeutendem Maasse den umgebenden physischen Um- 
ständen incl. den Wirkungen der schlechten Ventilation zuzuschreiben 
sind. Die Arbeiter, von denen ich spreche, waren fast alle Schotten. Ge- 
wöhnlich wird das äusserste Elend und das grösste Laster nur dem ir- 
ländischen Theil der Städtebevölkerung Schottlands zugeschrieben. Eine 
kleine locale Untersuchung wird den Irrthum berichtigen, Mr. Baird sagt 
in seinem Bericht über den Gesundheitszustand der Armen in Glasgow, 
dass den armen Irländern zu lange ein schlechter Name angehaftet hat. 
Dr. Cowan (Glasgow) behauptet, dass bei ihnen viel weniger von dem 
schmutzigen Elend und dem Hang zu geistigen. Getränken wahrzunehmen
	        
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