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immer mehr nähere und daß er dies zu bekunden auch den
Willen besitze.
Es wäre geradezu undenkbar anzunehmen, daß kein Affe
von diesem Bewußtsein und Können jemals Gebrauch machen
wolle, sondern stets jeder Versuchung standhaft widerstehe,
wenigstens hin und wieder einen Beweis von seinen in der
Menschenähnlichkeit gemachten Fortschritten zu geben, sein
Leben zeitweise menschenwürdiger einzurichten, oder einmal zur
Abwechselung sein unschönes Costüm mit einem kleidsameren
zu vertauschen.
Uebrigens findet die Annahme einer Artenumwandlung
und eines llnbemerktbleibcns derselben in der Natur selbst ihre
volle Widerlegung. Die Erfahrung lehrt uns, daß die Natur
aus einer Art immer nur eine gleiche Art, höchstens in etwas
veränderter äußerer Form hervorgehen läßt, es entsteht aus
der Frucht der Eiche, aus der Eichel, immer wieder nur eine
Elche, nicht etwa eine Buche oder Tonile. Das Affengeschlecht
zellgt stets nur Affen, und zwar in körperlicher und geistiger
Beziehung ganz ebenso beschaffen, wie die Erzeuger. Wo über
haupt in der Natur die geringste Veränderung vorkommt, da
tritt sic auch in die äußere Erscheinung, der innere Prozeß
nur, durch welchen sie hervorgebracht wird, ist unserm Auge
nicht sichtbar, unfern Nerven nicht fühlbar. Es müßte also
auch jede in der Art unb dem Wesen des Affen vorgekommene
Veränderung, durch welche er dem Menschen allmählich ähn
licher würde, äußerlich wahrnehmbar sein. Bis jetzt hat sich
jedoch llicht die geringste Spur einer solchen Veränderung an
irgend einer Affenart gezeigt.
3. Bekanntlich leben tausendmal mehr Menschen als Affen in der
Welt; nun ist selbst in der neuen Descendeilzlehre nicht be
stritten worden, daß aus einem Affen - Individuum auch ein
Menschen-Jndividuum hervorgehen könnte, allein es ist schon
der Zahl nach ilicht möglich, daß jeder Mensch ein Affe ge-