fullscreen: Vorschule der Volkswirthschaft

Die Arbeit und ihr Lohn. 
Der Begriff Arbeitslohn schließt, ganz streng genommen, den 
Capitalzins (wie den Mieth. und Pachtzins) und den Waarenpreis 
in sich. In einem engeren Siun, d. h. im Gegensatz zu Zins und 
Waarenpreis, bezieht er sich nicht bloß auf die rein mechanische 
Körperanstrengung, sondern auch auf die Arbeit, welche der Geist 
vollbringt. Doch wird auch der Ausdruck Arbeit, daher auch Ar— 
beitslohn, in einem besonderen Sinne gebraucht. Man beschränkt 
nähmlich oft den Sinn dieses Wortes auf die Wirksamkeit, welche 
der Mensch beinahe ausschließlich durch die Thätigkeit seiner Mus— 
keln an den Dingen ausübt. So begreift man unter dem Namen 
der arbeitenden Klasse diejenigen, welche den mechanischen Theil 
der Production übernehmen. 
Dieser Theil der menschlichen Gesellschaft ist in unsern Tagen 
der Gegenstand lebhafter Besorgnisse und vieler sentimentalen Kla— 
gen geworden. Man hat sich daran gewöhnt, zwischen Arbeit und 
Capital, zwischen Besitzlosigkeit und Besitz einen unauflöslichen 
Widerspruch zu finden. Man spricht von einer verderblichen Con 
currenz, die Capital, Maschinen u. s. w. der Arbeit machen, und 
befürchtet dabon die Erschütterung und Umwälzung der menschlichen 
Gesellschaft. Die Noth der arbeitenden Klassen ist bis zum 
Stichwort einer Partei geworden. Prüfen wir, ob denn die Klage
	        
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