Full text : Die geplante Erhöhung der Brausteuer für das norddeutsche Braugewerbe und deren Folgen

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Am  1.  März  treten  die  Zölle  in  Kraft.  Der  Getreidebau  soll  damit
bekanntlich  geschützt  werden.  Dadurch  muß  das  Getreide  teurer
werden,  und  dadurch  auch  das  Brot.  Die  Viehzucht  soll  gefördert ­
  werden,  dadurch  müssen  die  Preise  für  Vieh  ansteigen,
das  Fleisch  kostet  mehr.  Das  Bier  wird  teurer,  der  Tabak,
die  Zigarren  und  Zigaretten  werden  im  Preise  steigen.  Sollen
die  weniger  Bemittelten  nun  auf  das  alles  noch  mehr  verzichten, ­
  als  seither?  Das  kann  wohl  niemand  verlangen.
Dann  müssen  die  Arbeiter,  die  Handwerker,  die  kleinen  Händler,
die  vielen  Millionen  mit  ihrer  Arbeitskraft,  mit  ihren  Waren
ebenfalls  aufschlagen.  Eine  allgemeine  Verteuerung  der
Lebenshaltung  wird  die  Folge  sein.  Dann  erst  werden  alle
diese  Zölle  getragen  da,  wo  sie  schließlich  getragen  werden
müssen,  wo  sie  getragen  werden  können.  Sie  werden  von
den  Klassen  der  weniger  Bemittelten  mit  hohen  Zinsen  abgelastet ­
  werden  auf  die  Schultern  der  Bemittelteil.  Aber
welcher  Kampf  bis  dahin!  Und  welche  Opfer  wird  dieser
jahrelange,  das  ganze  Volk  immer  wieder  durchbebende,  immer
wieder  erschütternde  Kampf  kosten?  Und  wird  eine  derartige
Überwälzung  der  Steuern  und  Zölle  auf  die  kräftigen  Schultern
überhaupt  möglich  sein?  Es  ist  nicht  unsere  Aufgabe,  diese
Frage  weiter  zu  erörtern.  Täglich  hört  man  aber  sagen:
„Ach  was,  das  alles  geht  uns  ja  gar  nichts  an.  Das  tragen
die  Brauer  uird  die  Wirte,  die  Tabakfabrikanten  und  die
Tabakhändler."  Zunächst  vielleicht,  unmöglich  für  länger.
Auch  bei  der  indirektenSteuer  ist  eben  nicht  alles  Gold,  was  glänzt.
Die  Bierbrauerei  Norddeutschlands  trügt  schon  jetzt  erhebliche ­
  Lasten  für  Reich  und  Gemeinde.  Vom  Jahre  1887,
welches  24  Millionen  Reichsbraustener  brachte,  stieg  diese  bis
1905  auf  40  Millionen  an.  Eine  genaue  Feststellung  der
Gemeindeabgaben,  welche  das  Bier  bringt,  stößt  auf  Schwierigkeiten. ­
  Die  Verhältnisse  liegen  zu  verschieden.  Hier  bei  uns
ist  die  durchschnittliche  Abgabe  an  die  Gemeinden  höher,  als
die  an  den  Staat.  Trotzdem  haben  wir  hier  billige  Bierpreise. ­
  Das  Maß  ist  aber  auch  voll.  Brauer  und  Wirte
können  nicht  weiter.  Am  1.  Mürz  kommen  die  Zölle.  Die
Brauereien  Deutschlands  werden  durch  dieselbeir  init  weiteren
24  Millionen  belastet,  den  Löwenanteil  hat  Norddeutschlaud
zu  tragen.
Das  Brauereigewerbe  Norddeutschlands  hat  sich  rascher,
als  das  im  Süden  entwickelt  und  steht  daher  weniger  kräftig
            
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