Full text: Die Deutschen im Auslande

Vereinigten Staaten von Nordamerika zu, wo die Aussichten 
auf gutes Fortkommen eher schlechte als gute zu nennen sind, 
und wo die Gefahr der Entnationalisirung in weit höherem 
Maße vorhanden ist, als in manchen anderen Gegenden. Bei 
der Wahl der Gegenden, in welche die Auswanderung zu leiten 
ist, wäre die augenblickliche Staatsgewalt, welcher diese Gegenden 
unterstellt sind, nur insofern in Betracht zu ziehen, als sie auf 
die Erhaltung der Nationalität der Ansiedler hemmend oder 
fördernd einwirkt oder einwirken kann. 
Aus dem Vorgetragenen erhellt, daß die Ablenkung der 
Auswanderung von den eingeschlagenen falschen Bahnen durch 
aus nothwendig ist. wenn man nicht ohne Weiteres zugeben 
will, daß alljährlich eine ungeheure Menge von Kapital und 
Arbeitskraft dem Lande unwiederbringlich verloren geht. Es 
fragt sich nur, auf welche Weise die verlangte Regelung des 
Auswanderungswesens vorzunehmen ist. Dem Staate, welcher 
ohne Zweifel das größte Interesse an dieser Regelung hat, liegt 
es freilich ob, die Auswanderer vor gewissenlosen Agenten, die 
sie nur in das Verderben locken, zu schützen, und er kommt die- 
ser Pflicht auch getreulich nach, eine Lenkung der Auswande- 
rung in dem dargelegten Tirine jedoch verbieten ihm tausend 
Rücksichten. Wohl vermag das Deutsche Reich seinen mächti 
gen Einfluß im Auslande zu Gunsten der Ausgewanderten 
geltend zu machen; ohne diesen Einfluß der nationalen Zen- 
tralmacht würde überhaupt die Erhaltung des Deutschthums in 
fremden Ländern schwerlich dem Bereiche der Möglichkeit ange 
hören. Wohl wäre ferner der Staat im Stande und befugt, 
diejenigen privaten Faktoren, welche zur Regelung des Aus- 
wanderungswesens geeignet erlcheinen, auch im Jnlande zu 
stützen und zu fördern. An Weiteres ist jedoch vorläufig schwer-
	        
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