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Seelenleben eines Mannes innewohnt! Und da
kann ich Dir sagen, die Männer sind fast alle so, daß
dergleichen Dinge in ihnen nicht mehr Jmportance und
Wert haben, als es für eine Frau hat, wenn (folgt
wieder ein drastischer Vergleich).
Das Fatalste war, daß Du dazu kamst. Ich an Deiner
Stelle würde mich daher damit begnügen, mir von
*** sein Ehrenwort, vielleicht selbst sein schriftliches,
geben zu lassen, daß er nie wieder in Deinem Hause
sich ähnlich vergehen wird. Darüber, daß er es nicht
außer dem Hause tun wird, würde ich ihm nicht einmal
ein Versprechen abfordern.
Im Gegenteil. Ich würde ihm erklären, daß ich ihm
dies vollkommen freistelle. Die einzige noble Weise, in
der eine edle Frau derartige Vergehen des Mannes straft,
ist, daß sie ihm Gleichgültigkeit in dieser Hinsicht zeigt,
freilich darfauch diese Freiheit außer dem Hause sich eben
nur auf die Befriedigung solcher „dunklen Momente"
erstrecken und nicht in komplette Mätressenwirtschaft aus
arten, der der Mann seine Zeit, Einkünfte usw. opfert.
Gern wäre ich selbst nach * gekommen, glaubend,
daß meine persönliche Gegenwart auf ihn wie Dich am
besten dabei wirken könnte, aber meine fatalen Ver
hältnisse lassen es nun einmal nicht zu.
Dein Ferdinand Lassalle