Object: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Querstrecken Gegenstoßörter treibt. Hat man so einen Teil des Abbaufeldes 
durchörtert, vollzieht sich die Erweiterung bis zu 15 m Breite. Alsdann führt 
inan den Firstenbau bis zur planmäßigen Höhe des Abbauortes auf 19 in fort. 
Die gleiche Abbaumethode befolgte man auf den Gruben Friedrichshall und 
Wilhelmsglück bei Schwäbisch-Hall, nur daß man hier Sicherheitspfeiler von 
6 bis 12 in im Quadrat bei schachbrettartiger Anordnung stehen ließ. Diese 
Abbaumethode erwies sich jedoch insofern als nicht ganz geeignet, als die auf 
allen vier Seiten freistehenden Pfeiler im Laufe der Zeit Risse erhielten, wo 
durch das Hangende und damit die ganze Grube in Gefahr kam. In der Tat 
hatte denn auch das Ersaufen der Grube Friedrichshall im Jahre 1895 im we 
sentlichen das Niederbrechen des Hangenden als Folge der Pfeilerrisse zur Ur 
sache unter Anschluß des darauf erfolgenden Wassereinbruches. Die Risse selbst 
entstehen vornehmlich durch das Wachsen des Liegenden. Das Heilbronner Salz 
werk begegnet nun in Berücksichtigung dieser Erfahrungen diesem Uebelstande 
dadurch, daß die Strecken und Abbaue einen mehr elliptischen als rechteckigen 
Querschnitt erhalten. Weiter gibt man den Abbauen der 2. Sohle einen Ver 
satz durch Abstürzen von Löserückständen der Steinsalzauflösung, ferner durch 
Asche, Salzstein und Pfannenstein. Um eine Unterbrechung der Querstrecken zu 
vermeiden, führt man durch die Abbauörter Parallelmauern aus behauenen 
Anhydritsteinen, die mit Holz und Bergen abgedeckt werden. Zu bemerken ist, 
daß das im Ortsbetrieb und in der Erweiterung abgebaute Salz von geringerer 
Güte ist, sodaß hier ein besonderer Abbau erfolgen muß. Der Abbau des Salzes 
erfolgt ausschließlich durch Schießarbeit. Die Bohrlöcher stellte man, wie allge 
mein im vorigen Jahrhundert üblich, durch die Lisbeth'sche Handbohrmaschine 
mit Schlangenbohrer her, ein Verfahren, das heute längst aufgegeben und durch 
maschinellen Bohrbetrieb ersetzt ist. 
Die Bohrlöcher erhalten eine Tiefe von 2 m. Die Füllung erfolgt mit 
Sprengsalpeter, der von dem Arbeiter in Papierhülsen gefüllt, in das Bohrloch 
eingelassen wird. Auf den Sprengsalpeter führt man, gleichfalls durch Hülsen, 
Bohrmehl ein, das man durch einen eisernen Ladestock, der vorn eine Kupfer 
platte trägt, feststampft. Die Zündung selbst wird in üblicher Weise durch eine 
Zündschnur bewirkt. Sprengsalpeter wie Zündschnüre lagern unter Verschluß 
in einem besonderen Abbau. Die Herausgabe dieser Materialien erfolgt durch 
einen Steiger. Für die Hauerarbeit werden zum Berauben des Daches und 
Zerkleinern der Steinsalzwände gewöhnliche Keilhauen benutzt. 
Für die Grubenförderung hat man in allen Strecken doppelte Gleise von 
500 mm Spurweite angelegt, die auf hölzernen Schwellen ruhen. Die Abbaue 
sind mit der Hauptstrecke durch provisorische Gleise verbunden. Der Gruben- 
wagcn ist ein Kastenwagen aus Eisenblech. Der Kasten besitzt eine Länge von 
1,25 m, eine Breite von 62,5 cm und eine Höhe von 65 cm, während die ge 
samte Höhe des Wagens 1 m beträgt. Das Leergewicht des Wagens stellt sich 
auf 265 kg, während die durchschnittliche Nutzlast 625 kg beträgt. Der Gruben 
wagen besitzt Achsen nach dem Evrardschen Patent. Die vorstehend genannten 
Dimensionen lassen einen verhältnismäßig kleinen Grubenwagen erkennen, den 
man jedoch mit Absicht gewählt hat. Man wollte sich die Möglichkeit offen 
lassen, auch junge Leute als Schlepper zum Bedienen der Wagen anzustellen und 
zu verwenden. Je drei Schlepper bilden eine Kameradschaft; von diesen drei
	        
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