Metadata: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

katholischen Zeitung auf eigene Rechnung ermunterten, und so 
entschloß sich dieser, am 17. März 1860 — das Kölner Provinzial- 
Konzil war auf den 1. April einberufen — die Probenummer der 
„Kölnischen Blätter“ herauszubringen. 
Die geldliche Unterstützung, die er zu dem Unternehmen erhielt, 
blieb sehr bescheiden. Einige Herren streckten gemeinschaftlich 
die preßgesetzliche Hinterlegungssumme von 5000 Taler vor. 
Für die Leitung der „Kölnischen Blätter“ hatte Bachem den 
Bonner Theologie-Studenten Fridolin Hoffmann 46 gewonnen, 
der für den Verlag einige französische Werke bearbeitet und 
sich als ein Mann von umfassendem Wissen gezeigt hatte. Am 
17. März wurde Bachem inmitten der Vorbereitungsarbeiten durch 
einen Brief Hoffmanns überrascht, in dem dieser bedauerte, die 
Stelle nicht antreten zu können. Um allen Ueberredungen zu 
entgehen, verlasse er Bonn. Augenblicklich reiste Bachem dem 
Flüchtling nach und erwischte ihn glücklich bei dem Oberlehrer 
Dr. Stumpf in Koblenz, der später an den Kölnischen Blättern 
und dann in der altkatholischen Bewegung eine bedeutsame Rolle 
gespielt hat. Es bedurfte aber noch längerer Verhandlungen, bis 
Hoffmann zum Antritt seiner Stellung zu bewegen war. Erst 
am 25. April 1860 kam der förmliche Anstellungsvertrag zustande. 
Das geschickte Programm der neuen Zeitung aus der Feder Reuschs 
betonte das Streben nach wahrheitsgetreuer Berichterstattung, die Be 
urteilung der Tagesereignisse ohne Verletzung der Lehren und Grundsätze 
der Kirche, die Achtung vor dem rechtmäßig Bestehenden, das Eintreten 
für die Aufrechterhaltung der Verfassung und für die Entwickelung des 
Verfassungslebens in Preußen; „durch freimüthige und wohlwollende 
Darstellung und Beurtheilung der Verhältnisse wollen wir die rechte 
patriotische Gesinnung bei unseren Lesern zu fördern und das rechte 
Verhältniß zwischen Regierung und Volk zu befestigen suchen.“ „Daß 
die Kölnischen Blätter eine katholische politische Zeitung, nicht eine 
Kirchenzeitung sein werden, brauchen wir wohl kaum hervorzuheben.“ 
Die erste Nummer der „K ö 1 n i s c h e n B1 ä 11 e r“ erschien am Sonntag 
den 1. April 1860. Das Format war kleiner als das der „Volkshalle“ 
(etwa 47x32 cm) und maß etwa 40x28 cm, die Hälfte des Umfanges der 
heutigen Kölnischen Volkszeitung. Es wurde am 1. Januar 1866 auf 
***> : 63 cm, am 20. November 1886 auf 57 ; 83 cm vergrößert. Seit 1. Januar 
1866 hieß das Hauptblatt „Erstes“, das bisherige Beiblatt „Zweites Blatt“; 
beide wurden aber zusammen versandt. Erst vom 1. März 1872 begann ein 
Morgen- und Nachmittagsversand. Der vierteljährliche Bezugspreis stellte 
sich 1860 für Köln und Deutz auf 1 Tlr. 10 Sgr. (seit 1. Januar 1862 auf 
15 Sgr., seit 1. Januar 1865 auf 1 Tlr. 20 Sgr., seit 1. Januar 1875
	        
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