Full text : Die wirtschaftliche Entwicklung und Lage der Elektrotechnik in der Schweiz

144

Ueberwindung  der  ersten  mit  dem  Tunnelbetriebe  zusammenhängenden ­
  Schwierigkeiten  jetzt  anstandslos
funktionieren.  Ebenfalls  von  der  genannten  Gesellschaft
übernommen  wurde  die  Elektrisierung  der  schweizer.
Seetalbahn.  Die  Maschinenfabrik  Oerlikon  machte,  wie
bereits  auf  S.  14  erwähnt  wurde,  Versuche  auf  einer
Bundesbahnstrecke,  die  voraussichtlich  bald  zum  Abschluss ­
  kommen.  Die  Versuche,  welche  gemacht  werden,
haben  nicht  so  sehr  den  Zweck,  gewisse  Geschwindigkeiten ­
  zu  erzielen,  wie  dies  bei  dem  Versuche  Marienfeld-Zossen ­
  der  Fall  ist,  —  in  der  Schweiz  muss  der
Zug  anhalten,  lange  bevor  er  eine  Geschwindigkeit  von
200  km  erreicht  hat  —  als  vielmehr  den,  die  Betriebskosten ­
  herabzumindern  und  den  Kohlenkauf  beziehungsweise ­
  den  Kohlenimport  möglichst  unnötig  zu  machen.
Eine  spezielle  Bedeutung  gewinnt  der  Versuch  der
Maschinenfabrik  Oerlikon  dadurch,  dass  bei  ihm  eine
Neuerung  der  Stromabnahme,  der  Hochspannungs-Einphasenstrom, ­
  zur  Anwendung  kommt.  Die  Besonderheiten ­
  einer  derartigen  Anlage  sind  im  wesentlichen  die
folgenden:*)  Das  schon  vorhandene  Rohmaterial  (Wagen)
wird  unverändert  weiter  benutzt,  der  Strom  auf  der
Maschine  (Lokomotive)  umgeformt.  Die  Möglichkeit  der
Umformung  auf  der  Maschine  selbst  bietet  den  gewaltigen
Vorteil,  dass  bereits  bestehende  Kraftquellen  an  die
Bahn  angeschlossen  und  ausgenutzt  werden  können.
Um  gewisse  Strecken  elektrisch  zu  betreiben,  braucht
also  nicht  erst  die  Herstellung  neuer  Kraftquellen  abgewartet ­
  werden.  Ein  einphasiger  Wechselstrom  von
14,000  Voll  Spannung  bedingt  nur  einen  Leitungsdraht
von  8  mm  Durchmesser.  Die  Leistung  der  Lokomotive
*)  Schweizerische  Handelszeitung  1904,  No.  32.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.