Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

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1.  Die  Gouvernements  Taurien  und  Bessarabien.  —  Hier  sind  die
Löhne  in  den  Jahren  1900—1904,  obwohl  sie  im  Vergleich  mit  denen
in  der  vorletzten  Fünfjahrperiode  stiegen,  doch  gefallen  im  Vergleich  mit
den  Löhnen  in  den  Jahren  1885—1889.
2.  Die  Gouvernements  Cherson,  Ekaterinoslaw  und  das  Dongebiet,
  die  sich  durch  absolutes,  fast  regelmässiges  Steigen  der  Löhne
auszeichnen.
Nunmehr  gehen  wir  zur  Betrachtung  der  Bewegungen  der  Tagelöhne ­
  für  die  Getreideerntearbeiten  über.  Auch  hier  müssen  wir
die  Tagelöhne  für  den  Pferdearbeiter  und  die  Arbeiterin  bei  Verköstigung
von  allen  übrigen  absondern.  Diese  zeichnen  sich  dadurch  aus,  dass
sie  in  den  Jahren  1890—1894  und  1895—1899  niedriger  als  in  den  Jahren
1885—1889,  dagegen  in  den  Jahren  1900—1904  höher  waren.
Bei  allen  übrigen  Arten  von  Tagelöhnen  sieht  man,  dass  sie  fast
in  allen  Gouvernements  in  der  letzten  Fünfjahrperiode  im  Vergleich  zur
ersten  vor  20  Jahren  gefallen  sind.  Es  ergibt  sich  also,  dass  bei  den
Bewegungen  der  Tagelöhne  nach  den  Fünfjahrperioden  keine  durchgreifende ­
  Gesetzmässigkeit  sich  feststellen  lässt.  Bei  Vergleichung  nach
Fünfjahrperioden  schwanken  die  Löhne  so  stark,  dass  es  sehr  schwer
ist,  für  diese  kurzen  Zeiträume  irgend  eine  Erscheinung  als  gesetzmässige
zu  bezeichnen.  Wir  bekommen  daher  eine  richtigere  Vorstellung  von
den  Bewegungen  der  Tagelöhne,  wenn  wir  sie  nach  den  Jahrzehnten
zusammenfassen.  (Siehe  Tabelle  XCV1I!  im  Anhang.)
Es  ergibt  sich  aus  dieser  Tabelle,  dass  die  Löhne  für  die  Bestellarbeiten ­
  in  den  meisten  Gouvernements  und  für  die  meisten  Arbeitskategorien ­
  gestiegen  sind;  dagegen  sind  die  Löhne  zur  Zeit  der  Heuernte
in  einigen  Gouvernements  gestiegen,  in  einigen  gefallen.
Zu  denselben  Ergebnissen  führt  uns  auch  die  Zusammenstellung
der  Angaben  aus  den  Gouverneurberichten.  Betrachtet  man  die  in
der  Tabelle  LXXX1V  angegebenen  Tagelöhne  des  Mannes  ohne  Verköstigung ­
  zur  Zeit  der  Bestellarbeiten  (im  Frühjahr)  nach  den  Jahrzehnten
von  1871  —1900,  so  sieht  man,  dass  im  letzten  Jahrzehnt  die  Tagelöhne
im  Gouv.  Ekaterinoslaw'  und  in  Taurien  im  Vergleich  mit  den  Jahren
1871  —1880  gestiegen,  dagegen  im  Gouv.  Cherson,  Bessarabien  und  im
Dongebiet  gefallen  sind.  Im  Sommer  aber,  d.  h.  zur  Zeit  der  Ernte,  sind  die
Löhne  im  letzten  Jahrzehnt  in  allen  Gouvernements  mit  Ausnahme  vom
Dongebiet  bedeutend  gefallen  und  zwar  im  Vergleich  mit  den  Löhnen
sowohl  in  den  70er  wie  auch  in  den  80er  Jahren.
Für  die  Bewegungen  der  Akkordlöhne  zeigen  die  die  80er  und
90er  Jahre  betreffenden  Angaben  der  Gouverneurberichte  eine  Steigung
            
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