JJ. Transport- und Verkehrspolitik. 17
stetigen Betbiüigung be§ iRoí)mateiiaíbcgug§ nnb be§ %etfanb§ ab Stur mo bet
Gr°ß°°rk°hr sich ausbreitet, werde» die hergebrachten kleinliche» Verhältnisse
und Anschauungen überwunden und stellt sich der Geist fraheu Wagemuts ein.
Es bildet eme der obersten Staatsanfgabe» für die nächste Reit den dring-
^emetnoe ab.
a) Eisenbahngemeinschaf t.
d. äs t äs w
schsstllche Zerfahrenheit heraus und kommt zu der Ueberzeugung, daß ein cnacrer
Zusammenschluß aus diesem Gebiete, aus dem die Anfänge der Kartellier»»/und
Fusionierung liegen, heute in bem Zeitalter ber allgemeinen wirtschaftlichen Kon-eu-
trationsbestrebungen nur eine Frage der Zeit sein kann. Mehr noch als in Handel
unb Jnbustrie ist im Transportwesen ber Großbetrieb im Vorteil acacmiW
kleineren Betrieben. Es ist baher im Interesse ber Rentabilität ber deutschen
Bahnen selbst ein solch engerer Zusammenschluß geboten, ba sie sonst ber auslänbischen
Konkurrenz (z. B. ber Arlbergbahn) nicht gewachsen stub.
Zubem bilbet ben Hemmschuh einer Verkehrspolitik großen Stils bie von paAi-
külaristischen Tenbenzen getragene Kleinstaaterei, bie es unserer Eisenbahnverwaltung
erschwert, ben einheitlich geleiteten Konkurrenzbestrebnngen bie Spitze zu bieten. Die Ge
schichte ber Eisenbahnanschlüsse unb ber Tarifgestaltung ber letzten fünf Jahrzehnte ist
eine Kette kleinlicher unb unwirtschaftlicher Reibereien, Eifersüchteleien unb Kuuden-
abfangungen. Jebe Verwaltung hat mehr ihre Sonberinteressen im Auge unb überläßt
ben lukrativen internationalen Verkehr anderen. Wer die Zeche bezahlt, bas ist bas
Publikum. Nur sind ihm diese mißlichen Verhältnisse leider zum Teil heute noch ver
hüllt, sonst wäre es nicht möglich, daß manche Parteimänner immer noch einer süd
deutschen Tarifgemeinfchaft nachstreben, während in Wirklichkeit eine derart innige
Gemeinschaft süddeutscher Tarif-Interessen noch nie existiert hat.
Wer am klarsten die Schäden der Zersplitterung erkannte, das mären natur
gemäß Handel und Industrie.
Im September 1904 fanden in Heidelberg Besprechungen zwischen den süddeutschen
Bahnverwaltungen statt. Dabei wurde eine Vereinbarung dahin erzielt, daß ans
weiteren Konferenzen unter Zuziehung auch der übrigen Bahnen eine Betriebsmittel-
gemeiuschaft aller deutschen Bahnen auf der Grundlage einer Lokomotiven-, Personen-
und Güterrvagengemeinschaft, einer einheitlichen Beschaffung derBetriebsmaterialien und
einheitlichen Werkstättenverwaltmlg erstrebt werden solle.
Mit dem Plane der Betriebsmittelgemeinschaft wurde auch sofort eine Reform
der Personen tarife im Sinne einer Vereinheitlichung für das ganze Reich
verbunden. Diese Kombinierung lag insofern nahe, als man hoffen konnte, daß die
ans der Betriebsmittelgemeinschaft resultierenden Mehreinnahmen den Ausgleich für
den möglicherweise infolge der Verbilligung der Fahrpreise entstehenden Ausfall
herbeiführen werden.
Die in der Folge in Süddeutschland erhobenen Einwendungen in Presse und