13. Kapitel. Die Arbeiterwohnungsfrage.
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für Gewährung von Bauvorschüssen
für Bau von Arbeiter
im Jahre
für Arbeiterwohnungen
wohnungen
4899
94
26
1900
100
26
1901
106
23
In Frankreich entstand die erste Aktiengesellschaft für billige
Wohnungen 1866 in Amiens. 1896 gab es 20, Ende 1901: 37 vom
Handelsminister approbierte Gesellschaften dieser Art neben ver
schiedenen bedeutenden freien Gesellschaften. Eine Gesellschaft (mit
500 000 Frs. Aktienkapital) beschränkte sich auf Gewährung von Bau
vorschüssen. Für 24 dieser Gesellschaften war Ende 1900 das Ge
sellschaftskapital 4,39 Mill. Frs., die Anleihen 2,32 Mill. Frs., die in
Gebäuden und Häusern steckenden Summen 6,11 Mill. Frs.
In Deutschland ist nach den Feststellungen von Prof. Albeecht
die älteste der hierher gehörigen bestehenden Aktiengesellschaften die
Berliner gemeinnützige Baugesellschaft, die 1848 gegründet wurde.
Ähnliche Gesellschaften bestehen u. a. in M. Gladbach (1869), Barmen
(1872), Dresden (1887), Frankfurt a. M. (1890) usw. Neuerdings ist
wiederholt die Form der Gesellschaft mit beschränkter Haftung für
solche Zwecke verwertet worden. Vereine sind u. a. besonders hervor
getreten in Stuttgart (1866), Bethel b. Bielefeld (1886), Bremen (1887),
München (1899). Stiftungen sind ebenfalls in der 2. Hälfte des
19. Jahrhunderts wiederholt gemacht worden. Im Sommer 1901 be
standen für die Förderung des Arbeiterwohnungsbaues in Deutschland:
Gemeinnützige Aktiengesellschaften 47
Gesellsch. mit besclir. Haftung . . 14
Vereine mit Korporationsrechten . 18
Stiftungen 16
davon hatten bis Sommer 1901 erbaut
39 Gesellsch. 9101 Wohnungen
9 „ 406
12 Vereine 2494 „
12 Stiftungen 1701 ,,
zusammen 95
72
13702
Von der gemeinnützigen Bautätigkeit entfällt ein sehr beträcht
licher Teil auf die Eheinprovinz. 31 der vorgenannten Organe gehören
ihr an. Die gemeinnützige Bautätigkeit bevorzugt die zum Zweck des
Eigentumserwerbes gebauten Häuser. Von den oben angegebenen
13 702 Wohnungen sind 8165 den Erwerbshäusern zuzurechnen, während
5537 als Mietwohnungen erscheinen.
§ 6. Förderung des Wohnungsbaues für fremde Arbeiter durch öffentlich-
rechtliche Organe.
An der unmittelbaren Verstärkung des Angebotes billiger Woh
nungen haben sich außer einigen Sparkassen neuerdings auch die
österreichischen Arbeiterunfallversicherungsanstalten beteiligt. Da sie
nicht hinreichende Gelegenheit zur Darlehnsgewährung für gemein
nützigen Bau von Arbeiterwohnungen fanden, haben verschiedene von
ihnen selbst Arbeiterhäuser gebaut, um so einen Teil ihrer Reserven