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ringe Förderung bestehe. Die Masse der Kohlen und die Länge
der Wege brachte zuerst die Pferdeförderung, dann seit etwa den
letzten io Jahren vielerorts eine der unter 2 zu behandelnden
mechanischen Förderungen. Zu diesen Gründen tritt noch hinzu
der Einfluss der Preise, die für die Ueberlassung der Nutzung
der Kräfte der Pferde oder Menschen gezahlt werden mussten.
Im Ruhrgebiete trat die Pferdeförderung im Anfänge
der 1850er Jahre an die Stelle der menschlichen: der Grossbe
betrieb erwachte. Im Jahre 1899 befanden sich in der Haupt
förderschicht 4259 Pferde unter Tage; da heute fast überall 2
Förderschichten vorhanden sind, hat man also mit 7—8000 Pfer
den unter Tage zu rechnen 1 ). In den letzten Jahren fällt die
Zahl etwas, da die mechanische Kraft mehr benutzt wird. Die
uns interessierenden Leistungen der Pferde sind für verschiedene
Gruben bekannt. Sie sind sehr verschieden 2 ). Sie schwanken
pro Förderschicht zwischen 16,41 Tonnenkilometer (Grube Zollern)
und 54,74 tkm (Schacht Emscher). Die Kosten stehen im
umgekehrten Verhältnis, sie betragen nämlich 34,60-bez. 13,04 Pf.
pro tkm. Einmal liegt dies an der relativ geringen Förderung
auf kurze Strecken, sodann aber bringt in diese Förderung der Faktor
»lokale Verhältnisse« ein unsicheres Moment hinein. Niedrige
Strecken, quellendes Liegende, Niveauveränderungen der Förder
bahn, viele Anschlagpunkte, schlechter Zustand der Schienen
wege und der Wagen erhöhen allgemein die Kosten. Als Durch
schnitt rechnet man bei der Pferdeförderung im Ruhrbezirke 21 bis
22 Pf. pro tkm.
Nach diesen Andeutungen wollen wir die Geschichte einer
Pferdeförderung durch mehrere Jahre hindurch verfolgen. Der
Zusammenhang zwischen Leistungen und Kosten
wird uns wichtige Aufschlüsse erteilen. (S. Tabelle S. 6.)
Betrachten wir die Leistungen, so sehen wir, dass mit
der Zunahme der Tonnenzahl und der Länge der Förderwege
die im Jahr (= 300 Arbeitstagen) geleisteten tkm auf Grund einer
grösseren Anzahl Pferde natürlich gestiegen sind. Der absoluten Zu
nahme steht aber eine relative (= pro Pferd und Schicht) Abnahme
der Leistung bei zunehmender Menge und Länge entgegen s ).
1) Entw. Bd. V. 44. 2) Entw. Bd. V. 51 f.
3) Unser Beispiel zeigt natürlich keine Regelmässigkeit in dieser Erscheinung, da
im Zusammenhänge mit Konjunktur etc. eine wechselnde intensive Ausnützung des
Pferdematerials stattgefunden haben wird.