Full text: Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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An letzterStelle sind noch einige, ich möchte sagen, ober 
irdische Details zu betrachten. Die wachsende Förderlänge 
sucht man durch Vergrösserung der Fördermenge auszugleichen 
und die Fördermenge sucht man möglichst schnell emporzu 
heben. So sahen wir bisher. Dieses Streben führte zur Verände 
rung der Erscheinung einer oberirdischen Bergwerksanlage. 
Statt der alten hölzernen Fördertürme sehen wir die moder 
nen eisernen »Eifeltürme«, in denen sich die die heutige Ge 
schwindigkeit bedingenden Seilscheiben (Fördertrommeln) be 
finden. Die Seilscheiben sind oft 1,5 m breit bei einem Durch 
messer von 7—8 m; sie heben also mit wenig Umdrehungen 
sehr hoch. 
Bei der Bedienung der Förderkörbe an Füllort und Hänge 
bank hat das Automatische der schiefen Ebene den Menschen 
zum grössten Teile verdrängt: Zeit und Lohn wird gespart. 
Wie stellt sich zum Schluss der Gesamt Zusammenhang 
zwischen Förder kosten, Fördertiefe undFörder- 
menge? 
Hierüber sind mir Zahlen eines Betriebes nicht bekannt, 
wir müssen also die Förderkosten der Schächte verschieden tief 
bauender Gruben betrachten. Es ist dabei zu beachten, dass 
diese natürlich unter verschiedenen Bedingungen arbeiten, und 
dass wir bei den etwa zu. findenden Resultaten nur von Tenden- 
von Interesse sein, hier kurz (vgl. weiter das letzte Kapitel) die Entwicklung zur elek- 
trischen Förderanlage zu schildern: Zuerst ist auf die Zunahme der Fördertiefe hin 
zuweisen. Vor 20 — 30 Jahren gewöhnlich bis zu 300 m. Heute bei den nördlicheren 
Zechen meistens 500 m. Seit Anfang der 1890er Jahre Schächte mit 700—800 m 
Teufe. Mit der Teufe musste die Leistungsfähigkeit der Fördermaschinen gewaltig 
wachsen. Zu dem Zweck trennte man Wasserhaltung und Förderung. Aber trotz aller 
Oekonomie bei der bisherigen Förderung mit Dampf, trotz des Strebens und der Er 
mahnung der Fachleute, durch verbesserte Anlage und verbesserten Betrieb an Dampf 
verbrauch noch mehr zu sparen (Entw. Bd. V. 414) scheint die elektrische Förderung 
immer mehr zu siegen. (Vgl. Gl.A. 1902. 701. f. 0. Lasche, P’örderanlagen mit elek 
trischem Betrieb; Gl.A. 1902. 307 : K'öttgen, Ueber elektrische Schachtförderungen.) 
Sie ist wirtschaftlich, betriebssicher, einfach. Sie ermöglicht eine Zentralisation des 
ganzen Betriebes. Vor allem aber löst die Elektrizität ein grosses Problem der Schacht 
förderung besser als der Dampf, nämlich das: bei der Schachtförderung wird die 
Kraft der Maschine stets verschieden in Anspruch genommen je nach der Höhe der 
Förderung im Schachte und dem damit veränderten Seilgewichte. Hienach muss die 
Maschine reguliert werden, d. h. von gewisser Höhe ab muss infolge Seiliibergewicht 
gebremst werden.
	        
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