Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

35

Kosten  stetig  pro  Einheit  mit  derTiefe  wachsen
und  wie  bei  grösseren  Teufen  schon  eine  geringe  Wassermenge
sehr  kostspielig  zu  heben  ist.
Bei  dem  Schachtbohren  (Methode  Kind-Chaudron)  betrug ­
  die  durchschnittliche  Leistung  pro  Monat  mit  dem  kleinen
Bohrer  12m,  mit  dem  grossen  3,5m;  eine  Abnahme  der
Leistung  mit  der  Zunahme  der  Teufe  ist  bisher
nicht  zu  verzeichnen  gewesen.  Als  Grund  dafür  wird  Verbesserung ­
  der  Einrichtungen  und  Apparate  angegeben.  Aber
Durchmesser  und  Leistung  stehen  bei  dieser
Methode  im  umgekehrten  Verhältnisse.  Bei  dem
ganzen  Verfahren,  also  Bohren  und  Ausbauen,  schwankt  der
monatliche  Durchschnitt  zwischen  1,66  m  und  2,72  m,  im  Mittel
beträgt  er  2,26  m.  Die  Kosten  schwanken  bei  unserm  Material
zwischen  6474  M.  und  9633  M.  pro  m,  der  Durchschnitt  beträgt
8156  M.  Bei  einem  Durchmesser  von  ca.  4,40  m  und  gleicher
Höhe  des  abgebohrten  Schachtteiles  betragen  die  Kosten  dieses
Verfahrens  (in  den  letzten  Teufen  geschätzt)  :

bei  einer  mittleren  Bohrteufe
von  m
50
150
^00
450
600

pro  lfd.  m,  wenn  der  abzubohrende

Schachtteil

hoch  ist

100  m

50  m

M.  6  000

M.  7  000

»  6  500

»  7  600

»  8  700

»  10  000

»  12  500

»  14  000

»  iS  5oo

»  17  000

Dieses  Schachtbohrverfahren  ist  also  bei  nicht  mehr  als  50  m
Teufe  und  bei  Wasserzuflüssen  von  weniger  als  8  cbm  pro  Minute
teurer  als  das  soeben  geschilderte  Abteufen  auf  gewöhnliche
Weise.  Dagegen  ist  es  bei  grösserer  Wassermenge  oder  grösserer
Mächtigkeit  der  wasserreichen  Schichten  rentabler.
Die  Senkarbeit  findet  statt  bei  lockerem  Gebirge,  also
meistens  im  Anfänge  des  Abteufens.  Aber  am  Rheine  und  im
Norden  des  Ruhrgebietes  benötigt  das  Gebirge  sie  auf  grössere
Tiefen,  so  teufte  z.  B.  Schacht  Hugo  bei  Holten  178  m  damit
ab  1 ).  Wo  das  lockere  Gebirge  mit  nur  einem  Senkzylinder  zu
durchteufen  ist,  also  gering  ist,  rechnet  man  mit  ca.  12  m  Leistung ­
  pro  Monat;  in  der  Nähe  des  Rheins  jedoch  ist  wegen  der
toten  Wasser  die  Leistung  ausserordentlich  gering.  Ich  führe
folgende  Zahlen  an:

1)  Entw.  Bd.  III.  299,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.