Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

38

Bei  einer  gewissen  Grösse  des  Betriebes  bezw.  bei  einer  gewissen ­
  Höhe  der  Förderung  finden  wir  nun  aus  betriebstechnischen ­
  Gründen  mehrere  Schächte,  durch  die  sich  gleichzeitig  die
ökonomischen  Vorteile  der  Arbeitsteilung  erreichen  lassen.
Hauptzwecke,  denen  Schächte  dienen  können,  sind  Förderung, ­
  Wasserhaltung,  Fahrung,  Bewetterung,  auch  das  Hinablassen
von  Versatzmassen.  Es  leuchtet  ein,  dass  sich  theoretisch  —
die  jeweils  nötige  intensive  Massenförderung  vorausgesetzt  —  die
grössten  Vorteile  ergeben,  wenn  für  jeden  Hauptzweck  ein  besonderer ­
  Schacht,  also  Arbeitsteilung,  vorhanden  ist.  Einmal  fällt
dann  eine  gefährliche  Interessenkollision  fort,  bei  der  die  Förderung ­
  nicht  immer  zum  Vorteile  des  Gesamtbetriebes  oder  der
beschäftigten  Arbeiter  den  Sieg  davon  tragen  kann.  Sodann  aber
ermöglicht  die  Arbeitsteilung  nach  Schächten  eine  dem  bestimmten ­
  Zwecke  möglichst  entsprechende  Anpassung  in  Anlage  und
Betrieb;  sie  vermeidet  ferner  Aenderungen  und  Pausen  des  Betriebes, ­
  steht  doch  bei  gleichen  Schächten  z.  B.  während  der  Mannschaftsfahrt ­
  der  Förderbetrieb  stille.  Kurz  die  Arbeitsteilung  bietet ­
  die  Vorteile  der  kontinuierlichen  Intensität  der  mechanischen
Bewegung.  Doch  diesem  setzen  die  Kosten  die  Grenze.  Wollte
man  glauben,  diesem  dadurch  gerecht  werden  zu  können,  dass
man  in  möglichst  wenigen  Schächten  möglichst  viel  vereinigt,  so
ist  dagegen  auf  die  hierbei  entstehende  Unsicherheit  und  Kompliziertheit ­
  des  Betriebes  hinzuweisen.  Seit  1887  muss  übrigens,
wie  sonst,  so  auch  im  O.  B.  B.  Dortmund,  jeder  Betrieb  zwei
fahrbare  Ausgänge  haben.
Man  ist  in  Wirklichkeit  zu  einem  gemischten  Systeme  gelangt: ­
  möglichste  Arbeitsteilung  nach  Schächten,  —  soweit  es
die  Kosten  erlauben.  So  finden  wir  um  1900  im  Ruhrgebiete  von
422  betriebenen  Schächten  279  Förderschächte,  139  Wetterschächte
und  4  lediglich  Fahrschächte.  Die  Wasserhaltung  befindet  sich
im  jeweils  tiefsten,  also  wohl  meistens  dem  Förderschachte.  Was
Bewetterung  anlangt,  so  hat  man  im  Norden  des  Ruhrgebietes
noch  keine  getrennten  Ein-  und  Ausziehschächte.  Es  wird  jedoch
daraufhingewiesen,  dass,  wenn  hier  erst  die  Schlagwetterflötze
erreicht  sind,  sogar  die  Zechen  dazu  übergehen  müssen,  die  die

schaftlich  en  Betriebes,  in  die  die  »Zechen«  eingegliedert  sind,  werden  im  folgenden ­
  Kapitel  besprochen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.