Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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schwierige  Tiefe  zu  überwinden  war,  finden  wir  hier  die  starke
Kapitalkonzentration  beim  Maschinenkapital.  Die  Not  schuf  eine
wirtschaftliche  Tugend.  Hand  in  Hand  hiermit  zeigt  sich  eine
Zunahme  der  Kapitalimmobilisation  (vgl.  2.  Kap.).  An  sich
hat  deren  Grösse  mit  der  Kapitalkonzentration  auf  Grund  des
Gesetzes  des  zunehmenden  Ertrages  nichts  zu  tun.  Denn  angenommen, ­
  im  Ruhfbezirke  betrüge  das  Deckgebirge  überall
200  m,  so  hätten  unweigerlich  auch  hierbei  nach  und  nach  die
Vorteile  des  Gesetzes  des  zunehmenden  Ertrages  in  den  Betriebszweigen, ­
  die  ihm  unterworfen  sind,  zu  einer  Kapitalkonzentration
geführt.  Dieser  Prozess  ist  wegen  der  erforderlichen  tieferen
Schachtanlagen  nur  beschleunigt.  Was  für  Erscheinungen  die
deswegen  im  verstärkten  Masse  stattgefundene  Kapitalimmobilisation ­
  beim  Steinkohlenbergbau  hervorgerufen  hat,  wird  weiter
unten  erörtert.  Hier  wollen  wir  zunächst  das  Wesen  und  die
Vorteile  des  Gesetzes  des  zunehmenden  Ertrages,  dessen  tatsächliche ­
  Erscheinungen  wir  in  den  verschiedenen  Kapiteln  bisher
mitgeteilt  haben,  besprechen.  Die  Vorteile  sind  vor  allem:
1.  die  Generalkosten,  d.  h.  die  Kosten  für  den  Leitungsprozess ­
  u.  a.,  die  »Handlungsunkosten«  sind  relativ  geringer,  da  sie
sich  auf  eine  grössere  Produktion  verteilen;
2.  eine  billigere  Beschaffung  des  für  Anlage  und  Betrieb  notwendigen ­
  Kapitals.
Hier  zeigen  sich  z.  B.  die  Vorteile  des  »Einkaufs  im  grossen«
oder  etwa  der  Beschaffung  notwendiger  Sachkapitalien  aus  Unternehmungs-
  oder  gar  Betriebskombination  in  ganz  augenscheinlicher ­
  Weise.
3.  die  grösstmögliche  Durchführung  der  Arbeitsteilung  in
technischer  wie  wirtschaftlicher,  in  psychischer  wie  physischer
Hinsicht.  Ich  erinnere  nur  an  die  wichtigen  Betriebszweige  Abbau, ­
  Ausbau,  Abteufen,  Wetterung,  Wasserhaltung  und  Förderung.
Was  die  letztere  betrifft,  so  werden  im  O.B.B.  Dortmund  die
pro  Arbeitstag  gewonnenen  Kohlen  teils  in  doppelter,  teils  in
I x /a  facher,  teils  in  einfacher  Förderschicht  zutage  gehoben 1 ).
Im  ersten  Halbjahre  1898  förderten  von  176  selbständigen  Betriebsanlagen, ­
  die  an  die  Staatsbahn  angeschlossen  waren,  71,1  %
in  doppelter,  9,6%  in  H^facher,  19,3%  in  einfacher  Schicht.  Die
1)  33ergassessor  Pieper,  Vorteile  und  Nachteile  der  doppelten  Förderschicht  auf
Steinkohlengruben  auf  Grund  der  auf  den  grösseren  Gruben  des  Oberbergamtsbezirkes ­
  Dortmund  gemachten  Erfahrungen.  Preuss.  Zeitschr.  1900.  52  f.
            
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