Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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Die  Vorteile  des  Gesetzes  des  zunehmenden  Ertrages,  wie  wir
sie  bis  jetzt  analysiert  haben,  haben  nun  mit  gesetzlicher  Notwendigkeit ­
  dahin  gedrängt,  in  die  Erscheinung  zu  treten.  Heisst
doch  kapitalistische  Wirtschaft  E  rw  erb  s  Wirtschaft.
Die  wichtigste  äussere  Erscheinungsform,  gleichsam  die  Inkorporation ­
  des  Gesetzes,  ist  die  im  Laufe  der  Zeiten  beim  Steinkohlenbergbau ­
  eingetretene  Konzentration  des  technischen
Betriebes.
Im  Jahre  1862  waren  beim  preussischen  Steinkohlenbergbau
434,  im  Jahre  1902  nur  272  Werke  im  Betriebe.  Wie  gross  die
auf  die  einzelne  Grube  in  verschiedenen  Gebieten  entfallende  Fördermenge ­
  ist,  zeigen  folgende  Zahlen 1 ):
Es  kamen  durchschnittlich  auf  1  Grube  in  t  in

Saargebiet

Oberschlesien

Ruhr

Niederschlesien

Aachen

1882

428  552

99  892

137  00S

64  506

70  357

1902

736  281

437  239

357  479

285  605

153  237

+  %

71

337

160

372

H7

Somit  entfällt  auf  eine  Grube  im  Saargebiete  die  grösste  Förderung. ­
  In  diesem  Gebiete  ist  eigentlich  nur  ein  Steinkohlenbergbauunternehmer ­
  :  der  preussische  Staat,  der  hier  konzentriert
und  planmässig  wie  ein  Trust  wirtschaftet.  Sodann  folgt  Oberschlesien, ­
  wo  die  starke  prozentuale  Steigerung  zu  beachten  ist.
Es  ist  das  Gebiet,  in  dem  von  jeher  die  gemischten  Werke  vorherrschten. ­
  Es  folgt  das  Ruhrgebiet,  was  unten  noch  näher  behandelt ­
  wird,  und  darauf  Niederschlesien  mit  der  grössten  Steigerung. ­
  Aachen  mit  den  wenigen  unter  schwierigen  Verhältnissen
bauenden  Zechen  bildet  den  Schluss.
Im  Jahre  1792  waren  in  der  Mark  154  Gruben  im  Betriebe,
sie  förderten  176  676  t,  d.  i.  pro  Grube  1147  t.
Im  ganzen  O.B.B.  Dortmund  1  2 )  betrug  die  Zahl  der  betriebenen ­
  Steinkohlenbergwerke
1850:  203  1903:  166
die  Förderung  pro  betriebenes  Werk  in  1000  t
1850:  9,8  1903:  389,7.
Speziell  im  Ruhrgebiete  3 )  betrug  1850  die  Förderung  1,5  Mill.  t,

1)  Vgl.  dafür  die  betr.  Jahrg.  des  stat.  Teiles  der  Preuss.  Zeitschr.
2)  Entw.  Bd.  X.  1.  58*
3)  Entw.  Bd.  II.  4.
            
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