Object: Leben und Lehre des Buddha

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VI. Die Lehre des Buddha. 
Mönch. Man wird ein buddhistischer Laie durch das dreimalige 
Aussprechen der „Drei Zufluchten": „Ich nehme meine Zuflucht 
zu Buddha; ich nehme meine Zuflucht zum Gesetz; ich nehme meine 
Zuflucht zur Gemeinde." Diese drei Sätze werden als die „Drei 
Kleinodien" bezeichnet. 
Mit seinem Eintritt in die Kirche übernimmt der Laie die Ver 
pflichtung, fünf Gebote zu beachten, die für alle Buddhisten bin 
dend sind. Sie lauten: 1. Du sollst nicht töten; 2 du sollst nicht 
stehlen; 3. du sollst nicht nnkeusch leben; 4. du sollst nicht lügen; 
5. du sollst nicht berauschende Getränke trinken. Unter diese fünf 
Gebote werden alle Pflichten des Laien untergeordnet. Er kann 
sie nur daun treu erfüllen, wenn er die menschlichen Leidenschaften 
bezwingt und dadurch sein Herz erlöst. Diese Erlösung des Herzens 
(Ceto vimukti, Pali Ootovimirtti) aber ist die Liebe (MaitrI, 
Pali Mettä). 
Wie das Christentum, so stellt auch der Buddhismus als Kardinal 
tugend die L i e b e auf. Am Schlusse der Predigt von Benares sagt Bud 
dha: „Und mir ging die Erkenntnis und Einsicht auf: Unerschütterlich 
ist die Erlösung meines Herzens; das ist meine letzte Geburt; es gibt 
keine Wiedergeburt mehr (für mich)" (S. 29). Und am Schlüsse der 
„Bergpredigt" heißt es: „Durch Befreiung von der Leidenschaft wird 
er erlöst. Wenn er erlöst ist, so erkennt er, daß er erlöst ist, und es 
wird ihm klar, daß die Wiedergeburt zu Ende, die Heiligung voll 
endet ist, daß er seine Pflicht getan hat, und daß es für ihn keine 
Rückkehr zu dieser Welt mehr gibt." Von den Zuhörern dieser 
Predigt aber wird gesagt: „Während dieser Auseinandersetzung 
aber wurden die Herzen der tausend Mönche ganz von den Leiden 
schaften erlöst." Und damit zieht die Liebe in ihr Herz. Sie ist 
die „Erlösung des Herzens". Alle, die bisher über den Buddhis 
mus geschrieben haben, haben die Hauptstelle übersehen, die von 
der buddhistischen Liebe handelt. Sie lautet 1 ): „Alle Mittel in diesem 
Leben, uni sich religiöses Verdienst zu erwerben, ihr Mönche, haben 
nicht den Wert eines Sechzehntels der Liebe, der Erlösung des 
Herzens. Die Liebe, die Erlösung des Herzens, nimmt sie in sich 
auf und leuchtet und glänzt und strahlt. Und wie, ihr Mönche, 
aller Sternenschein nicht den Wert eines Sechzehntels des Mond 
scheins hat, sondern der Mondschein ihn in sich aufnimmt und 
leuchtet und glänzt und strahlt, so auch, ihr Mönche, haben alle 
1) Itivuttaka § 27.
	        
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