Full text: Baugenossenschaften und der Berliner Spar- und Bauverein

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der Häuser hat man in der Weise getroffen, daß man das 
Hintergebäude nicht mit den Seitenflügeln verband, sondern 
freistehen ließ, während die Seitenflügel sich unmittelbar an 
das Vorderhaus anschließen. Man hatte ursprünglich die 
Absicht, auch das Vorderhaus von den Seitenflügeln zu 
trennen, um die unzweckmäßigen sog. Berliner Zimmer, 
welche in den einspringenden Ecken zwischen Vorderhaus 
und Seitenflügel liegen, zu vermeiden. Diese Absicht scheiterte 
aber an dem Widerstand der Arbeiter, die dem Vorstande 
und dem Aufsichtsrate angehörten. Hinter dem Hintergebäude 
ist noch ein Teil des Grundstückes freigeblieben, der als 
Kinderspielplatz dient. Für die Kleinen sind hier Sandhügel 
und für die größeren Kinder Turngeräte errichtet. 
Die architektonische Anordnung und Gliederung der 
Gebäude bewirkt, daß man von der ganzen Anlage einen sehr- 
wohltuenden Eindruck empfängt, der sie vorteilhaft von den 
gewöhnlichen Berliner Mietskasernen unterscheidet. 
Die beiden Häuser umfassen 86 Wohnungen und 6 Läden. 
Im Vorderhaus befinden sich 26, in den Seitenflügeln 20 und 
im Quergebäude 40 Wohnungen. 52 Wohnungen bestehen 
aus 2 Stuben mit Zubehör, 32 aus nur einer Stube mit Zu 
behör, 2 Wohnungen des Vorderhauses haben außer den 
Nebenräumen 3 Wohnzimmer. In jeder Wohnung, die gegen 
das Treppenhaus hin abgeschlossen ist, befindet sich ein be 
sonderes Wasserkloset. Außerdem gehört zu jeder Wohnung 
ein getrennter Kellerraum und ein Bodenverschlag. Im Dach 
geschoß liegen gemeinschaftliche Waschküchen und Trocken 
böden, daselbst befinden sich auch 4 Badezimmer und Douchen. 
Die Benutzung dieser Einrichtungen steht dem Mieter kosten 
los zur Verfügung. 
So glücklich die Idee dieser ersten Anlage war, so sehr 
man danach gestrebt hat, vollständig gesunde Wohnungen zu 
erbauen, so waren doch bei allem Erfolge nicht einige Mängel 
zu vermeiden gewesen. Außer dem Berliner Zimmer, das 
schon erwähnt wurde, leiden die Wohnungen in dem Seiten 
flügel an dem Mangel, daß sie sich nicht quer durchlüften 
lassen. Man sah sich daher genötigt, Lüftungsschächte an- 
zubi’ingen, die neben den Schornsteinen bis über das Dach 
hinausgeführt worden sind. Man bemühte sich bei den
	        
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