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die Amerikaner Frankreich gegenüber dankbar für das, was
Lafayette bei ihrem Ringen um die Unabhängigkeit für sie
getan hat, und sie vergessen nicht, daß Rußland während
des amerikanischen Bürgerkrieges die Engländer von
dem offenen Eingreifen zugunsten der Südstaaten abge
halten hat.
Politisch unfreundlich Deutschland gegenüber bleibt
ein Teil der amerikanischen Presse, voran die sogenannte
Jingo-Presse. Wenn man das auch nicht tragisch nehmen
soll, so darf doch nicht verkannt werden, daß diese Angriffe
in weiten Kreisen gelesen werden und, was schlimmer ist,
daß ihnen oft Glauben geschenkt wird
Daß anderseits das Gehetze, das auch in einem Teil der
deutschen Presse gegen die Vereinigten Staaten üblich ist, die
Situation zeitweilig verschärft, braucht nicht besonders her
vorgehoben zu werden; in manchen heimischen Zeitungen
macht sich zudem mangels einer sachkundigen Vertretung
in Amerika bisweilen eine ungenügende Kenntnis der hiesigen
Verhältnisse unliebsam und schädigend breit.
In allen diesen Dingen sollte Abhilfe geschaffen
werden; ich glaube, es dürfte nicht schwer sein, die Wege
zu finden, auf denen man allmählich einen Wandel
herbeiführen könnte, der, soweit ich gehört habe, nicht
nur in den Gruppen der hier ansässigen deutschen Ge
werbetreibenden, sondern auch in unseren beamteten
deutschen Kreisen als notwendig erachtet wird. Aber
auch die ruhig denkenden und um das Wohl ihres
Vaterlandes besorgten Amerikaner haben den lebhaften
Wunsch, daß unsere beiden Nationen sich immer mehr
und mehr kennen, verstehen und schätzen lernen.
Ein gut eingerichteter und funktionierender, von anderen
Staaten wie von sonstigen Einflüssen unabhängiger Preß-