Full text : Die englische Agrarenquete von 1913

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Nachwort.

daß  nicht  etwa  nur  die  derzeitig  am  Ruder  befindlichen  liberalen  Staatsmänner ­
  einer  umfassenden  Agrarreform  gerade  hinsichtlich  der  landlosen
Arbeiter  das  Wort  reden,  sondern  daß  die  derzeitig  zur  Untätigkeit  verurteilten ­
  Unionisten  (Konservative)  den  gleichen  Gefahren  mit  prinzipiell
gleichen  Mitteln  begegnen  wollen.  Nur  daß  sie  nicht  wie  Lloyd  George  in
einer  Art  Erbpacht  auf  Großgrundeigentum,  sondern  im  Kleinbesitz  nach
der  Devise  Every  man  his  own  landlord  das  Heil  erblicken.
Wer  immer  aus  der  Geschichte  eine  gewisse  Hochachtung  vor  englischer ­
  Staatskunst  gewonnen  hat,  wird  sich  sagen  müssen,  daß  ein
Problem,  über  dessen  Wichtigkeit  sich  die  englischen  Politiker  beider
großen  Parteien  einig  sind,  auch  wenn  es  anderswo  unter  etwas  veränderter ­
  Form  auftritt,  nicht  einfach  beiseitegeschoben  werden  sollte.
Und  das  haben  wir  leider  bisher  in  erheblichem  Maße
getan.  Um  so  schneller  aber  sollten  wir  uns  aufraffen
zu  der  Überzeugung,  daß  die  Arbeiterausiedlung  auf
dem  Lande  nicht  nur  im  Sinne  der  Versorgung  des
mittleren  und  großen  Grundbesitzes,  sondern  im  allerweitesten
Sinne  gefaßt,  zur  Lebensfrage  der  modernen  westeuropäischen ­
  Staaten  wird,  daß  in  ihr  derSchlüsselzu  einem
nicht  utopischen,  sondern  erreichbaren,  auf  realem  Boden
verbleibenden  sozialen  Ausgleich  liegt.
Jeder  Privatunternehmer,  jede  Gesellschaft,  Genossenschaft,  Kommune, ­
  die  bereit  ist,  bei  der  Arbeiteransiedlung  Hand  anzulegen,  sollte
dabei  nach  jeder  Richtung  hin  unterstützt  und  gefördert
werden.  Allen  sollte  ausgleiche  Weise  a  u  f  allen  Gebie  ten,  die
bei  der  Arbeiteransiedlung  in  Betracht  kommen,  insbesondere  hinsichtlich
der  Regelung  der  öffentlich-rechtlichen  Verhältnisse,  der  Finanzierung,
des  Bauens  und  anderem  mehr  in  jedmöglicher  Weise  entgegengekommen
werden.  Dies  würde  zur  Folge  haben,  daß  an  Stelle  der  heutigen
Gleichgültigkeit,  des  Mißmutes,  der  Bedenklichkeiten  wegen  der  vielen
bislang  abschreckend  wirkenden  behördlichen  Schwierigkeiten  eine  fröhliche ­
  Unternehmungslust  träte.  Da  aber  trotz  aller  genannter  und
sonstiger  möglicher  Erleichterungen  Verdienste,  wie  sie  bei  den  heutigen
Konjunkturen  in  vielen  Geschäftsbetrieben,  nicht  zum  mindesten  beim
Güterhandel  und  bei  der  Güterparzellierung  erzielt  werden,  nicht  in
Aussicht  stehen,  müßten  diejetztnureinemganzbe  schränkten
Kreise  zur  Verfügung  stehenden  Beihilfen  jedem,  der
sich  an  diesem  staatswirtschaftlich  so  bedeutenden  Werke
            
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