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starken Erschütterungen sicher. Eine über allen Zweifel und
unter allen Umständen sichere Vermögensanlage gibt es aber
überhaupt nicht. Jedes Kreditieren, auch das unter den für
den Geldgeber günstigsten Umständen vorgenommene, schließt
ein Risiko in sich ein. Sicher ist aber, daß, wenn der Hypo
thekenmarkt schweren Erschütterungen ausgesetzt ist, man es
mit Zeiten allgemeiner wirtschaftlicher Depression zu tun hat.
Dann, also insbesondere in Perioden kriegerischer Verwick
lungen werden aber Staatspapiere zweifellos noch viel weniger
sichere Vermögensanlagen und viel stärkeren Erschütterungen,
ja, Katastrophen ausgesetzt sein, als Hypotheken. Hierzu
kommt, daß beim Kauf von Staatspapieren die Erwerber mit ,
dem vollen Kaufbetrage an das Risiko gebunden sind. Bei :
hypothekarischen Beleihungen ist den Gesellschaften aber durch
das Aufsichtsgesetz die Innehaltung einer Beleihungshöchst
grenze von 60°/o des taxierten Wertes, die also weit hinter
dem tatsächlichen Wert des Beleihungsobjektes zurückbleibt,
strengstens vorgeschrieben. Es besteht daher, wenn die Taxe
nur einigermaßen zutreffend war, selbst bei erheblichen Er- !
Schütterungen des Hypothekenmarktes für die Versicherungs
gesellschaften eine nennenswerte Gefahr, aus ihren hypothekari- j
Sehen Beleihungen Kapitaleinbußen zu erleiden, nicht.
Wenn diese Betrachtungen lehren, daß die Liquidität der
Versicherungsgesellschaften nicht nur im Frieden, sondern auch
in Kriegszeiten durchaus genügt, so wird man, je länger man
sich mit dieser Frage beschäftigt, immer stärker bezweifeln müs
sen, ob die Liquidität besser wird, wenn größere Teile des Ver
mögens insbesondere der Lebensversicherungsgesellschaften in
Staatspapieren angelegt sind. Man vergißt hier nur zu oft, f
daß die Lebensversicherungsgesellschaften, wie übrigens auch /
die Sparkassen, nicht endgültige Besitzer ihres Vermögens, son
dern nur Vermögensverwaltungsstellen sind. Sie müssen die
Beträge, die ihnen von allen Seiten zufließen, zu gewissen
Zeiten und unter bestimmten Voraussetzungen zurückzahlen. !
Wenn nun die Gesellschaften verpflichtet sind, einen bestimm
ten Teil ihrer Anlagen in Staatspapieren zu halten, so werden
sie sich die Mittel für ihre Auszahlungen dadurch schaffen j