Full text : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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wohl  schon  damals  in  Japan  Anklang  gefunden  und  hier  die  Triebfeder ­
  zu  einer  wohlverstandenen  und  energischen  Kolonisationspolitik
gebildet.  Ein  Staat,  der  nicht  gerade  durch  ausgedehnten  Landbesitz,
wie  Nordamerika,  England  und  Rußland,  solchergestalt  schon  als  Weltreich ­
  dasteht,  ist  naturgemäß  ans  kolonialen  Landerwerb  hingewiesen,
um  seine  wirtschaftliche  Selbständigkeit  zu  sichern  oder  sie  zu  erreichen.
Andererseits  hat  man  in  den  einschlägigen  Kreisen  der  europäischen
Zoll-  und  WirtschaftsPolitiker  die  Gründung  eines  mitteleuropäischen
Zollvereins  in  Vorschlag  gebracht,  um  auf  diesem  friedlichen  Wege  ein
näher  den  heimischen  Produktionsstätten  liegendes  brauchbares  Absatzgebiet ­
  sich  gegenseitig  zu  sichern,  ein  Gedanke,  der  besonders  in  Deutschland ­
  vielfache  Erörterung  gefunden  hat.  Dieselben  Momente,  welche
für  Deutschland  bezüglich  der  Erhaltung  seiner  wirtschaftlichen  Selbständigkeit ­
  maßgebend  sind,  gelten  in  gleichem  Sinne,  vielleicht  mit
noch  größerem  Nachdruck,  für  das  an  Landbesitz  fast  um  ein  Drittel
kleinere  Japan.
Flächeninhalt  Japans  und  Deutschlands.

(Einheit  =  1000  Quadratri  oder  Quadratkilometer)

1000  Quadratri

1000  Quadratkilometer

Alt  Japan

21.7

Formosa

2.2

Insgesamt

27.—

.  .  417.2

Deutschland

-  -

.  .  610.6

Beztiglich  seiner  geographischen  Lage  sei  hier  kurz  erwähnt,  daß
Japan  sich  in  schmaler  langgestreckter  Form  durch  eine  Reihe  von
Breitengraden  hinzieht  und  so  das  tropische  Klima  Südformosas  bis
zum  gemäßigteu  der  nördlichen  Gebiete,  nebst  den  dadurch  bedingten
sehr  verschiedenen  Tier-  und  Pstanzenprvdukten  besitzt.  Die  geographische
Lage  Japans  wird  durch  folgende  zwei  Endpunkte  des  genaueren  fixiert.
Südlichster  Punkt:  21°  48'  nördl.  Breite
Nördlichster  Punkt:  50°  56'  „  „
Japan  verfügt  über  zahlreiche  mineralische  Bodenschätze,  sowie  über
mineralische  Quellen,  die  einen  beachtenswerten  Faktor  nationalen  Reichtums ­
  bilden.  In  landwirtschaftlicher  Beziehung  aber  ist  das  Land
längst  nicht  niehr  in  der  Lage,  seine  Bewohner  zu  ernähren,  geschweige
denn  seine  aufblühende  Industrie  genügend  wirksam  und  nachhaltig  zu
unterstützen.  Die  Einfuhr-  und  Ausfuhrziffern  an  Reis  und  Baumi*

            
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