Full text: Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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nische Volkswirtschaft hervorgerufen hat, betrachtet, so muß man 
folgende Kardinalpnnkte hervorheben. Japan hat während des Jahres 
1904 durch erhöhte Steuerleistung 62 Millionen Jen und durch Auf 
legung von Anleihen 280 Millionen Jen mehr als gewöhnlich von 
dem Jnlandskapital gebraucht, um sie für die Zwecke des finanziellen 
Kriegsbedarfs bereit zu stellen, ferner hat Japan rund eine Million 
feiner Söhne auf den Kampfplatz hinausgesandt. 
Es läßt sich nicht leugnen, daß die japanische Volkswirtschaft durch 
solche außergewöhnliche Belastungen schwer bedrückt wird, aber die 
starkentwickelten lebenskräftigen Eigenschaften der japanischeil Volks 
wirtschaft und vor allem die Energie des Volkes selbst verhindern es, 
daß im japanischeil wirtschaftlichen Leben sich irgendwelche Verwirrungen 
oder gar krisenartige Störungeil zeigen. Gerade wegen dieses Punktes 
war man in japanischen leitenden Kreisen besorgt, ob nämlich die wirt 
schaftliche Kraft Japans genügend stark sei, um die enormen Lasten 
eines Krieges, von dem man kein Ende absah, tragen zu können. Daß 
Militär und Marine genügen und ihre Pflicht völlig erfüllen würden, 
davon war man in jenen Kreisen aufs bestimmteste überzeugt. Im 
allgemeineil hat nun die japanische Volkswirtschaft keinerlei bedeutenden 
Schaden erlitten, sondern die Arbeitskraft und der Sparsinn des Volkes 
haben die außergewöhnlichen siiiaiiziellen Belastungen des Landes bis 
her noch zil tragen vermocht, selbst der Geldinarkt des Landes trügt 
noch keine besonders ungünstige Signatur und die Steigerung des 
Zinsfußes war vorläufig nur gering. 
Eine recht lebhafte Gestaltung wies sogar der Außenhandel Japans 
auf, und es gab im Lande eigentlich nur sehr wenig arbeitslose Leute. 
Ebenso waren die Landwirte trotz des Krieges mit ihrer Lage völlig zufrieden. 
Natürlich sind nun nicht alle die großen Kapitalien, welche für 
den Krieg verwandt wurden, zu rein unproduktiven Zwecken aufge 
braucht worden, vielmehr haben sie znin Teil auch sehr produktive An 
lage gefunden, die dem Handel nild der gewerblichen Tätigkeit zu Nutzen 
gereichten. Wenn die japanische Regierung für den Kriegsbedarf 
enorme Mengen von Flanellhemden kauft, so hebt sie damit unwill 
kürlich die Leistungsfähigkeit dieses Industriezweiges, indem sie ihn 
jetzt stark anstrengt und ihn zwingt, durch Nenanlage von Maschinen 
sich für die spätere Zuknirft wirtschaftlich zu stärken. Ebenso erfährt 
die Landwirtschaft durch die großen Ankäufe von Stroh und anderen 
Kriegsbedarf eine bedeutende finanzielle Stärkung. Wenn auch vielleicht 
die Kaufkraft des einzelnen Mannes durch die erhöhte Steuerlast herabge 
mindert wird, so bringt immer doch der Staat große Kapitalien zum ronlieren, 
so daß also das Volk stets einen großen Teil des Geldes auf Umwegen
	        
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