Full text: Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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entspringen, welche durch den augenblicklichen Krieg bedingt ist. So 
fanden als Ersatz für die auf den Kriegsschauplatz abgegebenen Pferde 
vielfach Maschinen in der Landwirtschaft Verwendung und dem Mangel an 
Düngemitteln wurde durch die Bereitung von Kompost und die Verwen 
dung künstlicher Düngstoffe begegnet. Beim Trocknen des Reis wurde 
eine bessere Beaufsichtigung durchgeführt und dadurch bewirkt, daß die 
Qualität des getrockneten Reis eine wesentlich bessere wurde, als dies 
früher der Fall war. Auch wurden zahlreiche landwirtschaftliche Versuchs 
stationen errichtet, deren Zweck es ist, der Einführung und Verbreitung 
landwirtschaftlicher Verbesserungen zu dienen. Landwirtschaftliche Neben 
arbeiten, wie Hühnerzucht, Stroh- und Mattenflechterei fanden überall eif 
rige Anregung und Unterstützung seitens der staatlichen Aufsichtsorgane. 
Geht man dazu über, den Einfluß des Krieges auf die Viehzucht 
fn Japan zu untersuchen, so bemerkt man, daß der Krieg hier nur 
günstige Wirkungen geäußert hat; besonders die Pferdezucht und die 
Rindviehhaltung haben einen bedeutenden Aufschwung zu verzeichnen. 
Der große Bedarf der Armee an Pferde», sowie an Schlachtvieh bilden 
hier die grundsätzliche Veranlassung zu erhöhter Wirtschaftstätigkeit. 
Auch die Fischerei kann vou einer eigentlichen Schädigung ihres 
Gewerbes infolge des Krieges nicht sprechen, wenn auch zeitweilig 
die russische Flotte aus Wladiwostock einigen Schaden anzurichten ver 
mochte. Zudem betreibt Japan vielfach fernab feiner eigenen Küsten 
intensive Hochseefischerei, wo russische Schiffe nicht hingekommen sind. 
So ziehen die Fischer des Regierungsbezirkes Hyogo hinaus auf das 
koreanische Meer, ja selbst nach Manila und auf den stillen Ozean. 
Im Inlands wurde z. B. im Regierungsbezirk Schiga eine ausgedehnte 
Karpfenzncht angelegt, die als Kriegsandenken gilt und aus ihren Er 
trägnissen dem Bezirke fortlaufende Einnahmen erbringt. 
Nachdem somit in Vorstehendem der Einfluß des Krieges auf die 
hervorragendsten Faktoren des japanischen Wirtschaftslebens möglichst 
eingehend und kritisch untersucht worden ist, erübrigt es nun noch zu 
erforschen, welche Wirkung der Krieg auf den japanischen Geld- und 
Kapitalmarkt auszuüben vermocht hat, zumal infolge des Krieges der 
japanischen Volkswirtschaft bedeutende Kapitalien entzogen worden sind. 
Hier ergibt nun die Analyse, daß die Verhältnisse keineswegs so un 
günstig liegen, wie man vielleicht hätte erwarten dürfen, vielmehr sind 
genügend Anzeichen vorhanden, aus denen sich schließen läßt, daß die 
finanzielle Situation sich sogar noch gehoben hat. Zwar hat der 
Metallvorrat in den Banken abgenommen und die Menge der ausge 
gebenen Noten ist gestiegen, aber nicht in einem solchen Umfange, daß 
hier ernstliche Bedenken oder gar Befürchtungen am Platze wären. Die 
Spareinlagen in den gewöhnlichen Banken, die Sparbanken und den
	        
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