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Futtermittel.
Fällung der Phosphatlösung mit Kalkmilch in größerer Menge vorhanden sein (wir
fanden in 3 Proben 7,79 °/ 0) 30,18 °/ 0 und 64,37 °/ 0 Calciumkarbonat neben 72,22 °/ 0
bezw. 58,60 °/ 0 bezw. 30,29 °/ 0 Calciumphosphat). Am bedenklichsten aber ist das
Vorkommen von Arseniger Säure — offenbar von der Anwendung roher Säure
herrührend — in den Futterkalken. Wir fanden in 5 arsenhaltigen Sorten 0,056
bis 0,157 g arsenige Säure. Da 1 Stück Großvieh täglich 0,06—0,5 g arsenige Säure
im Futter vertragen kann oder die unschädliche Höchstmenge etwa 0,00015 Teile
arsenige Säure auf 100 Teile Körpergewicht (oder 0,15 g As, 2 0 8 auf 100 kg Körper
gewicht) beträgt, da ferner kleinere Tiere aber nur 10—20 g, größere 20—30 g
Knochenfuttermehl zu erhalten pflegen, so würde selbst ein Gehalt von 0,2 °/ 0 arseniger
Säure wohl kaum jemals im Futter direkt giftige Wirkungen hervorrufen; immerhin
ist ein Gehalt an arseniger Säure, der über Spuren bis etwa 0,02 °/ 0 hinausgeht,
zu beanstanden, weil er beweist, daß mit sehr unreinen Rohstoffen gearbeitet ist.
Über die Bestimmung der Arsenigen Säure, der Phosphorsäure, des
Kalkes usw. vergl. S. 178, des Fluors S. 163.
Über die Herkunft des Knoohenfutterkalkes kann das Verhältnis von Kalk
(CaO) : Phosphorsäure (P 2 0 5 ) Aufschluß geben, welches bei einem Tricalcium-
phosphat 1 : 0,88 (54,20 ®/ 0 CaO : 45,80 °/ 0 P 3 0 5 ), bei reinem Dicalciumphosphat
dagegen 1:1,268 (41,18 °/ 0 CaO: 52,20 °/ 0 P 2 Ö 8 ) ist; selbstverständlich müssen bei
der Berechnung dieses Verhältnisses die an sonstige Säuren (Kohlensäure, Chlor
usw.) gebundenen Mengen Kalk berücksichtigt und von der Gesamtmenge in Abzug
gebracht werden. Entleimtes Knochenmehl gibt sich durch die mikroskopische
Untersuchung (außer durch Gehalt an Stickstoff) zu erkennen; es zeigt infolge der
Leimentziehung deutliche Poren-Struktur, während die gefällten Kalkphosphate eine
formlose Masse bilden.
Die zitratlösliche Phosphorsäure ist nach dem Verfahren von Peter
mann S. 156 zu bestimmen.
Mikroskopische Untersuchung der Futtermittel.
Die mikroskopische Untersuchung der Futtermittel und deren Verunreinigungen
ist nachgerade so wichtig wie die chemische Untersuchung derselben geworden.
Dementsprechend hat dieses früher vernachlässigte Gebiet in den letzten Jahren
auch eine vielseitige Bearbeitung gefunden.
Von den nachstehenden Abbildungen sind die der Hillsenfrächte, Ölsamen und
Unkrautsamen mit einigen Ausnahmen Original-Zeichnungen, welche von C. Böhmer
größtenteils während seiner Tätigkeit an hiesiger Versuchs-Station angefertigt sind;
später hat C. Böhmer diese Zeichnungen vervollkommnet sowie vervollständigt und
in seinem Handbuch „Die Kraftfuttermittel“, Berlin bei Paul Parey 1903, nieder
gelegt, auf welches hiermit besonders verwiesen sei. Auch von diesen hier Gebrauch
zu machen, hat mir der Verfasser freundlichst gestattet. Die übrigen Zeichnungen
sind entnommen:
1. Jos. Möller, Mikroskopie der Nahrungs- und Genußmittel.
2. Von demselben, Pharmakognostisoher Atlas.
3. 0. Dämmer, Lexikon der Verfälschungen.
4. C. Dammann, Die Gesundheitspflege der landw. Haussäugetiere.
6. Fr. Beneke, Anleitung zur mikroskopischen Untersuchung der Futtermittel.
Außer diesen Schriften seien noch weitere, ebenfalls hier zum Teil benutzte Unter
suchungen genannt:
6. L. Wittmack, Anleitung zur Erkennung usw. von Roggen- und Weizenmehl.
7. Unterscheidungsmerkmale der wichtigsten Samen und Unkräuter von Sempo-
lowsky; Landw. Jahrbücher 1874, 3, 823.