Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

286 
Futtermittel. 
1. 30—50 g Substanz einer guten Mittelprobe werden von den mehlartigen 
Futtermitteln direkt, von denen in Kuchenform usw. nach dem Zermahlen auf der 
Schrotmühle je nach dem Zerkleinerungszustand durch ein feineres oder gröberes 
Sieb von 0.2—0,3 mm Maschenweite oder durch mehrere Siebsätze gesiebt; 
von dem Abgesiebten dient das feinste Mehl (bei fettreichen Stoffen nach Entfetten 
durch Äther bezw. Äther-Alkohol) zur Untersuchung auf Stärke, indem man das 
entfettete Mehl mit so viel Wasser anrührt, daß eine milchig-trübe Flüssigkeit 
entsteht. Hiervon werden 3-raal je ein Tropfen auf den Objektträger gebracht und 
sowohl ohne als mit Zusatz von Jodlösung bei etwa 300-facher Vergrößerung auf 
Stärkeform untersucht. 
Als Jodlösung wendet man entweder eine 
verdünnte Lösung von Jod in Jodkalium (letzteres 
wird in der 20-fachen Menge Wasser gelöst, 
Jqd im Überschuß zugefügt und die Lösung ver 
dünnt) oder eine verdünnte Lösung von Jod in 
Alkohol an. 
Breiartige Futtermittel wie Schlempe usw. 
gießt man durch ein lockeres Leinen- oder Gaze 
tuch und verwendet die kollerte Flüssigkeit zur 
Stärke-Untersuchung, den Rückstand zur Be 
stimmung der gröberen Zellsubstanz. 
2. Der auf dem Sieb verbleibende schalen 
haltige Rückstand wird in 2 Teile geteilt; den 
einen Teil behandelt man — fettreiche Stoffe nach 
Entfetten mit Äther bezw. Äther-Alkohol — mit 
verdünnter Salpetersäure (solche von 1,2 spezifischem 
Gewicht mit etwa dem 5—10-fachen Volumen 
Wasser verdünnt), nötigenfalls unter Zusatz von 
einigen Körnchen chlorsaurem Kalium, längere Zeit 
im Wasserbade, bis die Masse ein helles Aus 
sehen angenommen hat, den anderen Teil in 
derselben Weise mit verdünnter Kalilauge (etwa 
0,5—1,0 °/ 0 -iger), gießt die behandelten Massen 
unter starkem Verdünnen mit Wasser in einen Zylinder oder in ein hohes Becher 
glas, läßt absitzen, gießt vorsichtig ab, fügt abermals Wasser hinzu, dekantiert 
wie vorhin und verwendet beide Bodensätze zur mikroskopischen Untersuchung bei 
verschiedener (150—300-facher) Vergrößerung. 
Häufig empfiehlt es sich, die mit verdünnter Salpetersäure auf 
geschlossene Masse noch weiter direkt mit verdünnter Kalilauge zu behandeln 
und die Rückstände auf einem feinen Koliertuch zu sammeln und schwach auszuwaschen- 
Flg, 45. CWorentwickelungsapparatzur 
Aufhellung der Futtermittel. 
3. Th, Dietrich und A. Hebebrand 1 ) wenden zum Aufschließen bezw. Auf 
hellen der Stoffe 7 °/ 0 -ige Sodalösung an und leiten 10—15 Minuten mit der Vorsicht 
Chlor ein, daß die Flüssigkeit stets alkalisch hleibt. 
Als Chlorentwickelungsapparat 2 3 ) bedient sich A. Emmerling-Kiel 8 ) eines 
Brlenmeyerschen Kölbchens, auf welches eine Röhre aufgeschliffen ist, die 
') Landw. Versuchs-Stationen 1899, 51, 75. 
2 ) Zu beziehen durch die Fabrik von Dr. R. Hase in Hannover oder durch den 
Glasbläser Heinrich Müller in Kiel. 
3 ) Privat-Mitteilung.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.