Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  der  Mineralböden.

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saurem  Natrium  oder  besser  mit  reinem  Zink  bezw.  Zink-Kupfer  usw.  (vergl.  S.  19)  zu
Oxydul,  welches  nach  dem  Erkalten  der  Flüssigkeit  mit  titrierter  1 / 10  Kaliumpermanganatlösung ­
  bestimmt  wird.
Bei  Anwendung  von  schwefligsaurem  Natrium  muß,  nach  erfolgter  Reduktion  des
Eisenoxyds,  die  Flüssigkeit  so  lange  gekocht  werden,  bis  der  Überschuß  der  schwefligen
Säure  vollständig  entfernt  ist,  bevor  der  Eisengehalt  mittels  der  titrierten  Kaliumpermanganatlösung ­
  bestimmt  werden  kann.  —  Die  reduzierte  Lösung  darf  keine  Reaktion
mit  Rhodankalium  geben.
Um  den  Titer  der  Kaliumpermanganatlösung  festzustellen,  löst  man  entweder  1  g  feinen,
mit  Schmirgelpapier  blank  geputzten  weichen  Eisendraht  in  verdünnter  Schwefelsäure  oder
auch  eine  entsprechende  Menge  von  Mohrsohem  Salz  (kristallisiertes  schwefolsaures  Ferro-Ammonium,
  welches  genau  1 / 7  seines  Gewichtes  an  metallischem  Eisen  enthält)  in  Wasser  unter
Zusatz  von  etwas  Schwefelsäure  auf,  wobei  man  durch  einen  Strom  von  Kohlensäuregas
den  Zutritt  der  atmosphärischen  Luft  abhält..
Bei  den  wässerigen  Auszügen  bezw.  den  mit  kohlensäurehaltigem  Wasser
erhaltenen  Auszügen  wird  nicht  direkt  Fo ä 0 3  -f-  Al 2 0 3  +  P 2 0 6  zusammen  gefällt,  wie
(in  ß  1)  beschrieben,  sondern  man  versetzt  mit  einem  kleinen  Volumen  von  sehr  verdünnter, ­
  genau  titrierter  Eisenchloridlösung,  erwärmt  dann  und  fällt  durch  schwache
Übersättigung  mit  Ammoniak.  Der  Niederschlag  wird  nach  dem  Auswaschen  auf  dem
Filter  sofort  wieder  in  verdünnter  Salzsäure  gelöst  und  mit  Ammoniak  abermals  aus
dieser  Lösung  ausgeschieden,  gut  ausgewaschen,  nach  dem  Trocknen  und  Glühen  gewogen.
Die  Menge  des  in  Form  von  Eisenchlorid  zugesetzten  Eisenoxyds  wird  in  Abzug  gebracht.
Der  gewogene  Rückstand  wird  in  rauchender  Salzsäure  gelöst,  die  Lösung  vorsichtig  zur
Trockne  verdampft,  die  trockne  Masse  bis  zum  Verschwinden  des  Chlorgeruches  mit
Salpetersäure  behandelt  und  zur  Bestimmung  der  Phosphorsäure  unter  Anwendung  von
molybdänsaurem  Ammon  (nach  ß  3)  benutzt.
Die  Menge  des  im  wässerigen  Auszug  der  Ackererde  enthaltenen  Eisenoxyds  und
der  Tonerde  ist  meist  so  unbedeutend,  daß  es  kaum  nötig  sein  dürfte,  diese  Stoffe  quantitativ ­
  zu  ermitteln  (ausgenommen  jedoch,  wenn  der  zu  untersuchende  Boden  eine  saure
und  stark  humose  Beschaffenheit  besitzt  oder  sonstwie  Eisenoxydulverbindungen  vermutet
werden);  man  wird  daher  häufig  den  Ammoniak-Niederschlag  nicht  zu  glühen  und  zu
wägen  brauchen,  sondern  ihn  sofort  in  Salpetersäure  auflösen  und  zur  Bestimmung  der  Phosphorsäure ­
  verwenden  können.  Der  Zusatz  von  Eisenchlorid  zu  der  betreffenden  Flüssigkeit
erfolgt,  um  sicher  zu  sein,  daß  die  ganze  Menge  der  etwa  vorhandenen  Phosphorsäure  in
den  Ammoniak-Niederschlag  übergeht;  sollte  in  einzelnen  Fällen  schon  durch  Wasser  eine
nicht  unbedeutende  Menge  Eisen  aus  dem  Boden  gelöst  worden  sein,  dann  ist  ein  weiterer
Zusatz  von  Bisen  unnötig.  Eine  wiederholte  Auflösung  des  Ammoniak-Niederschlages  in
Salzsäure  muß  vorgenommen  werden,  weil  der  erst  entstehende  Niederschlag  leicht  eine
kleine  Menge  von  Schwefelsäure  und  namentlich  von  kohlensaurem  Calcium  enthalten  kann,
ein  Zusatz  von  Essigsäure  aber  bezüglich  der  später  in  derselben  Flüssigkeit  vorzunehmenden
Alkali-Bestimmung  mit  Unbequemlichkeiten  verbunden  ist.
R.  Sachße  und  A.  Becker  schlagen  zur  Bestimmung  des  freien  Eisenoxyds
im  Boden  folgendes  Verfahren 1 )  vor;  Die  Substanz  wird  mit  100  ccm  Wasser  aufgesohlämmt,
  mit  3  g  Cyankalium  versetzt  und  dann  Schwefelwasserstoff  eingeleitet;
das  gebildete  Schwefeleisen  setzt  sich  mit  Cyankalium  in  Ferrocyankalium  um.
Nach  dem  Erwärmen  auf  dem  Wasserbade  (zur  Verjagung  des  überschüssigen
Schwefelwasserstoffes)  wird  filtriert,  das  Filtrat  mit  Schwefelsäure  stark  ungesäuert,
in  einer  Platinschale  eingedampft  und  geglüht.  Der  Rückstand  wird  wieder  gelöst
und  wie  üblich  das  Eisen  mit  Kaliumpermanganatlösung  titriert.
3.  Bestimmung  der  Phosphorsäure.  Eine  gleichgroße,  30  oder  60
oder  250  g  Boden  entsprechende  Menge  der  ursprünglichen  Lösung  wird,  wie  unter
')  Landw.  Versuchs-Stationen  1896,  45,  419.
            
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