Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  der  Mineralböden.

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Erforderlich  dazu  ist  eine  alkalifreie  Borsäure,  die  durch  sorgfältiges  2—3-maliges
Umkrystallisieren  eines  guten  Handelspräparates  erhalten,  dann  durch  Glühen  in  kleinen
Mengen  (2—3  g)  im  Platintiegel  entwässert  und  gepulvert  wird.  Von  solcher  Borsäure
benutzt  man  auf  je  1  g  Silikat  3—4  g  für  leicht  aufschließbare,  5—6  g  für  schwerer  aufschließbare ­
  Silikate  und  8  g  für  Feldspat.  Man  glüht  ö—10  Minuten  mit  kleiner  Flamme
zur  Vertreibung  des  vorhandenen  Wassers  und  dann  erst  mit  voller  Flamme.  Sobald  die
Masse  ruhig  fließt,  glüht  man  noch  einige  Zeit  mit  gewöhnlichem  Brenner  und  zuletzt,  auf
dem  Gebläse.  Nach  beendigter  Aufsohließung  setzt  man  den  bedeckten,  glühend  heißen
Tiegel  in  ein  mit  kaltem  Wasser  umgebenes  Tondreieck,  bringt  die  sich  leicht  ablösende
Schmelze  in  eine  geräumige  Platinschale  und  zersetzt  die  Schmelzmasse  unter  schwachem
Erhitzen  mit  kochend  heißem  Wasser  und  Salzsäure.
Ist  die  Aufschließung  vollständig  gewesen,  so  lassen  sich  auf  dem  Boden  der  Platinschale ­
  nicht  die  geringsten  harten  Teilchen  fühlen.  Die  Lösung  wird  auf  dem  Wasserbade ­
  eingedampft,  wobei  die  Flüssigkeit  nach  einiger  Zeit  infolge  Ausscheidung  von
Siliciumhydroxyd  gelatiniert;  von  da  an  muß  bis  zur  vollständigen  Trockne  häufig  umgerührt ­
  werden.
Die  Entfernung  der  Borsäure  geschieht  mittels  Salzsäuremethyläthers,  den  man
dadurch  erhält,  daß  man  in  eine  mit  einem  geschliffenen  Eöhreneinsatz  versehene  dünnstrahlige
  Spritzflasohe  250  ccm  Methylalkohol  gibt  und  durch  das  Spritzrohr  unter  Abkühlung ­
  2—3  Stunden  einen  lebhaften  Strom  von  Salzsäuregas  leitet,  welches  vorher  durch
Wasch-  bezw.  Trockenflaschen  mit  konzentrierter  Schwefelsäure  und  Chlorcalcium  gegangen ­
  ist.
Mit  der  so  erhaltenen  Flüssigkeit  übergießt  man  in  Mengen  von  60—70  ccm  den
Schmelzrückstand,  erwärmt  im  Wasserbade,  bis  der  Alkohol  verjagt  ist,  und  wiederholt
dieses  3—4-mal,  um  alle  Borsäure  auszutreiben.
Die  verbleibende  Salzmasse  wird  nach  dem  vollständigen  Trockenrühren  mit  dem
Platinspatel  1  Stunde  bei  110°  getrocknet,  der  Trockenrückstand  mit  5  ccm  konzentrierter
Salzsäure  durchfeuchtet,  10  Minuten  lang  stehen  gelassen,  darauf  mit  75  ccm  Wasser  versetzt, ­
  16  Minuten  auf  dem  Wasserbade  erhitzt,  die  unlösliche  Kieselsäure  abfiltriert  und
mit  kochendem  Wasser,  dem  man  anfänglich  auf  dem  Trichter  verdünnte  Salzsäure  zutröpfelt, ­
  gründlich  ausgewaschen.  Das  Filtrat  muß  nochmals  eingedampft  und  in  gleicher
Weise  behandelt  werden,  da  0,5—2,0  e / 0  Kieselsäure  gelöst  bleiben  können,  welche  sonst
später  mit  Tonerde  und  Eisen  zusammen  ausfallen  würden.
Nach  einigen  Versuchen  hierseihst  scheint  das  Verfahren  auch  bei  Böden
trotz  des  hohen  Gehaltes  an  Sand  anwendbar  zu  sein,  wenn  man  genügend  große
Mengen  Borsäure  anwendet.
4.  Bestimmung  des  Quarzes.
Die  Menge  des  Quarzes  in  dem  Boden  ergibt  sich  drfrch  Differenz-Berechnung.
Man  addiert  die  in  dem  mit  Flußsäure  aufgeschlossenen  Eückstande  gefundene
Menge  von  Tonerde,  Kali,  Natron  usw.,  berechnet  aus  diesen  nach  vorstehenden  Angaben ­
  die  entsprechende  Menge  Kieselsäure,  addiert  diese  ebenfalls  hinzu  und  zieht
die  Summe  von  der  zum  Aufsohließen  verwendeten  Menge  Sand  +  Silikate  ah;  der
Rest  ist  als  „reiner  Quarzsand“  anzusehen  und  in  Rechnung  zu  stellen.

III.  Bestimmung  einzelner  Bestandteile  des  Bodens.
1.  Bestimmung  des  Humus.  Dieselbe  ist  bereits  S.  13  beschrieben.  Es  erübrigt,
hier  noch  einige  Verfahren  zur  Ermittelung  der  Beschaffenheit  des  Humus
mitzuteilen.  Dieselbe  ergibt  sich  zum  Teil  schon  aus  dem  Verhältnis,  in  welchem  der
Kohlenstoff  zum  Stickstoff  steht;  je  enger  bei  mittlerem  Humusgehalt  (3—4  °/ 0 )  das
Verhältnis  ist,  um  so  günstiger  ist  dies  im  allgemeinen.  Das  Verhältnis  von  organisch
gebundenem  Stickstoff  zum  Kohlenstoff  kann  von  1:5  bis  1:20  und  selbst  bis
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