Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Pflanzliche Speisefette und -öle. 
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kommt es auch unter der Bezeichnung „Salatöl, Tafelöl, Butterbl usw.“ als 
Speiseöl in den Handel. 
Das öl ist gekennzeichnet durch die Halphensche Reaktion, welche nach 
der Anlage d zu den Ausführungshestimmungen D zum Fleischbeschau-Gesetz vom 
3. Juni 1900 wie folgt ausgeführt wird: 
„5 ccm Fett werden mit der gleichen Eaummenge Amylalkohol und 5 ccm 
einer 1 °/ 0 -igen Lösung von Schwefel in Schwefelkohlenstoff in einem weiten, mit 
Korkverschluß und weitem Steigrohre versehenen Eeagensglas etwa 1 j i Stunde 
lang im siedenden Wasserhad erhitzt. Tritt eine Färbung nicht ein, so setzt man 
nochmals 5 ccm der Schwefellösung zu und erhitzt von neuem 1 j i Stunde lang.“ 
Bei Gegenwart von Baumwollsamenöl tritt eine deutliche Entfärbung der Flüssig 
keit ein. 
Zu beachten ist, daß der die Halphensche Eeaktion verursachende Körper durch 
Erhitzen und sonstige Behandlung des Baumwollsamenöles mehr oder minder vollständig 
zerstört werden kann, 1 ) und daß ferner in Butter, Schweinefett und Kinderfett hei Fütterung 
der Tiere mit Baumwollsamenmehl die Halphensche Reaktion eintreten kann, ohne daß 
den Fetten Baumwollsamenöl beigemisoht ist. 
Nach J. Lewkowitsch 2 ) geben die Mehrzahl der Baumwollsamenöle, auch wenn 
in ihnen durch Erhitzen der die Halphensche Reaktion gebende Körper zerstört ist, 
eine positive Reaktion mit Salpetersäure (Haucheoornesche Reaktion). Dieselbe 
wird nach Lewkowitsch am besten in folgender Weise ausgeführt: 
Einige ccm Öl werden mit dem gleichen Volumen Salpetersäure vom 
spezifischen Gewicht 1,375 durchgeschüttelt und darauf einige Zeit —.-.bis 
24 Stunden — stehen gelassen. Die meisten Baumwollsamenöle nehmen 
dabei eine kaffeebraune Färbung an. 
Da das Baumwollsamenöl bei der Raffination mit Alkalien behandelt wird, 
so ist der Säuregehalt der Handelsöle meist sehr gering. 
Die Jodzahl des Baumwollsamenöles beträgt im allgemeinen 105—117, die 
des Baumwollsamenstearins 89—104; die Jodzahl der flüssigen Fettsäuren '■ ist in 
frischen Ölen meist 146—152. 
5. llüböl (Rapsöl, Kolzaöl). 
Als Ettböl (Rapsöl, Kolzaöl) kommt das Öl der Samen verschiedener Varietäten 
von Brassica campestris in den Handel. Diese öle sind gekennzeichnet durch eine 
verhältnismäßig niedrige Verseifungszahl (168—179), die durch den Gehalt des 
Öles an Erucasäure bezw. Erucin bedingt ist. Ferner soll das Rapsöl nach 
fr- Archbutt 3 ) auch Arachinsäure — er fand 1,4 °/ 0 enthalten. 
Die Jodzahl des EUböles beträgt 94—106. 
Die Verfälschungen des Rüböles bestehen vorwiegend in Zusätzen von trocknenden 
ölen (Leinöl, Mohnöl), die man durch die erhöhte Jodzahl erkennt, von Harzöl, das durch 
seine starke Rechtsdrehung (vergl. S. 525), und von Paraffinöl, das durch die Bestimmung 
des Unverseifbaren (vergl. S. 583) erkannt wird. 
(i. Sonstige Pflanzenöle. 
Außer den vorgenannten kommen noch eine Anzahl weiterer Pflanzenöle für 
Speisezwecke zur Verwendung, von denen hier noch genannt werden mögen; 
ö Vergl. K. Fischer u. H. Peyau, Beiträge zur Kenntnis des Baumwollsamenöles 
und der Halphenschen Reaktion. — Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genuß- 
mittel 1905, 9, 81. 
2 ) J. Lewkowitsch, Chemische Technologie und Analyse der Öle, Fette und Wachse. 
Braunschweig, Pr. Vieweg & Sohn, 1905, 2, 107. 
3 ) Journ. Soc. chem. Industry 1898, 17, 1009.
	        
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