Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Rohstoffe  und  Erzeugnisse  der  Zuokerfabrikation.

3.  in  den  eingangs  unter  c  bezeichnten  Fällen:
«)  wenn  der  Invertzuckergehalt  2  vom  Hundert  nicht  erreicht:
das  Ergebnis  der  Prüfung  auf  Invertzuckergehalt,  die  Prozente  Brix  oder  die
Dichte  bei  20°  und  die  daraus  berechneten  Prozente  Brix,  die  Polarisation  des
Ablaufs  vor  und  nach  der  Inversion  —  bezogen  auf  das  ganze  Normalgewicht  —,
den  nach  dem  Verfahren  unter  2  a  ermittelten  Gehalt  an  Zucker,  gegebenenfalls
den  an  Raffinosehydrat,  schließlich  den  berechneten  Quotienten;
ß)  wenn  der  Invertzuokergehalt  2  oder  mehr  vom  Hundert  beträgt:
das  Ergebnis  der  Prüfung  auf  Invertzuckergehalt,  die  Prozente  Brix  oder  die
Dichte  bei  20°  und  die  daraus  berechneten  Prozente  Brix,  die  gefundene  Kupfermenge, ­
  die  Polarisation  nach  der  Inversion  —  bezogen  auf  das  ganze  Normalgewicht ­
  —,  die  nach  2b  berechnete  Menge  Zucker  und  gegebenenfalls  des  Raffinosehydrats,
  schließlich  den  berechneten  Quotienten.
Anlage  C.
Anleitung  zur  Bestimmung  der  Polarisation.
Zur  Bestimmung  der  Polarisation  für  Zwecke  der  Steuerverwaltung  darf  nur  ein
Halbschattensaccharimeter  benutzt  werden.  Für  dieses  entspricht  bei  Beobachtung  im
200  mm-Rohre  ein  Grad  Drehung  einem  Gehalte  von  0,26  g  Zucker  in  100  ccm  Flüssigkeit ­
  bei  der  Normaltemperatur  von  20°;  eine  Zuckerlösung,  welche  in  100  ccm  26  g  —
das  sogenannte  Normalgewicht  —  Zucker  enthält,  bewirkt  sonach  eine  Drehung  von  100°.
Demgemäß  zeigen,  wenn  man  im  200  mm-Rohre  eine  Lösung  untersucht,  welche  in  100  ccm
26  g  der  Probe  enthält,  die  Grade  der  Skala  die  Prozente  Zucker  an.  Wendet  man  nur
die  Hälfte  des  Normalgewiohts  zur  Untersuchung  an,  so  müssen  die  abgelesenen  Grade
verdoppelt  werden,  um  Prozente  Zucker  zu  erhalten.  Dasselbe  gilt  für  diejenigen  Fälle,
in  denen  die  Untersuchung  einer  das  ganze  Normalgewicht  enthaltenden  Lösung  in  einem
100  mm-Rohre  erfolgt.  Andererseits  machen  Untersuchungen  von  Lösungen  des  doppelten
Normalgewichts  im  200  mm-Rohre,  sowie  von  solchen  des  einfachen  Normalgewichts  im
400  mm-Rohre  die  Halbierung  der  abgelesenen  Grade  erforderlich.
Die  Untersuchungen  sind,  namentlich  bei  Polarisationen  nach  der  Inversion,  möglichst
bei  der  vorangegehenen  Normaltemperatur  vorzunehmen.
Bei  der  Polarisation  ist  wie  folgt  zu  verfahren:
Man  stellt  auf  einer  geeigneten  Wage  zunächst  das  Gewicht  einer  Messingsohale
oder  eines  zur  Aufnahme  des  zu  untersuchenden  Zuckers  dienenden,  zweckmäßig  an  den
beiden  Langseiten  umgebogenen  Kupferblechs  fest  und  wägt  darauf  das  Normalgewicht.
26  g,  des  zu  untersuchenden  Zuckers  ab.  Falls  die  Zuckerprobe  nicht  gleichmäßig  gemischt
ist,  ist  es  notwendig,  sie  vor  dem  Abwägen  unter  Zerdrücken  der  etwa  vorhandenen  Klumpen
gut  durchzurühren.  Die  Wägung  muß  mit  einer  gewissen  Schnelligkeit  geschehen,  weil
sonst,  besonders  in  warmen  Räumen,  die  Probe  Wasser  abgeben  kann,  wodurch  die  Polarisation ­
  erhöht  wird.  Man  löst  die  abgewogene  Zuckermenge  alsdann  in  der  Messingschale
auf  oder  schüttelt  sie  vom  Kupferblech  durch  einen  Trichter  in  einen  Meßkolben  von
100  ccm  Raumgehalt,  spült  anhängende  Zuckerteilchen  mit  etwa  80  ccm  destilliertem
Wasser  von  Zimmerwärme,  welches  man  einer  Spritzflasche  entnimmt,  nach  und  bewegt
die  Flüssigkeit  im  Kolben  unter  leisem  Schütteln  und  Zerdrücken  größerer  Klümpchen
mit  einem  Glasstabe  so  lange,  bis  der  Zucker  sich  vollständig  gelöst  hat.  Am  Glasstabe
haftende  Zuckerlösung  wird  beim  Entfernen  des  Stabes  mit  destilliertem  Wasser  ins  Kölbchen
zurüokgespült  und  dieses  eine  halbe  Stunde  lang  in  Wasser  von  20°  gestellt.  Hierauf  wird
die  Flüssigkeit  im  Kolben  mittels  destillierten  Wassers  genau  bis  zur  Marke  aufgefüllt.
Zu  diesem  Zwecke  hält  man  den  Kolben  in  senkrechter  Stellung  gegen  das  Licht  so  vor
sich,  daß  in  der  Höhe  des  Auges  die  Kreislinie  der  Marke  sich  als  eine  gerade  Linie
darstellt,  und  setzt  tropfenweise  destilliertes  Wasser  zu,  bis  der  untere,  dunkel  erscheinende
Rand  der  gekrümmten  Oberfläche  der  Flüssigkeit  im  Kolbenhalse  in  eine  Linie  mit  dem
als  Marke  dienenden  Ätzstrioh  fällt.  Nach  dem  Auffüllen  ist  der  Kolbenhals  mit  Filtrierpapier ­
  zu  trocknen  und  die  Flüssigkeit  durch  Schütteln  gut,  mindestens  1—2  Minuten  lang,
durohzumischen.
            
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