Metadata: Mehr Freiheit im Welthandel!

berechtigt, wenn Deutschland voraussichtlich seinen Ver- 
pflichtungen nicht nachkommt, wirtschaftliche und finanzielle 
Sperren und Verwaltrngsmaßregeln, überhaupt solche Maß- 
nahmen zu treffen, die die genannten Regierungen als „durch 
die Umstände geboten“ erachten. Solange diese Repressalien- 
klausel besteht, hat der Kaufmann niemals die Sicherheit, 
sein Geschäft gut und ungestört zu betreiben. Er muß fort. 
dauernd Eingriffe in sein Vermögen und sonstige Maßnahmen 
befürchten, die seine geschäftlichen Beziehungen stören oder 
vernichten können. Eine ganze Anzahl von Ländern hat er- 
freulicherweise auf die Anwendung der Repressalienklausel 
verzichtet. Immerhin ist die Zahl derer, die den Verzicht 
noch nicht geleistet haben, auch jetzt noch außerordentlich 
groß. In allen diesen Ländern ist es daher sehr schwierig, ge- 
schäftlich Fuß zu fassen. Es sind dies Frankreich, Rumänien, 
Bolivien, Brasilien, Haiti, Griechenland, Liberia, Polen und 
Uruguay. Auf Grund besonderer Verträge stehen auch den 
Vereinigten Staaten von Nordamerika die Rechte aus $ 18 zu; 
auch hier ist ein förmlicher Verzicht noch nicht erfolgt. Fast 
alle genannten Länder sind für den Düsseldorfer Außenhandel 
von Bedeutung. Die Beziehungen werden erst dann sich be- 
leben können, wenn die Beschlagnahmeklausel wegfällt. 
Australien hat bis vor nicht langer Zeit seine Anti-Dumping- 
Maßnahmen gegen Deutschland aufrechterhalten, obschon 
die deutsche Währung längst stabil ist. Mit welchen Mitteln 
vielfach dabei gearbeitet wird, zeigt beispielsweise ein Artikel 
der Bangkok Times vom 28. Juni ds. Js. Darin werden die in 
der letzten Zeit in Siam beträchtlich angestiegenen Lagervor- 
räte bei den ansässigen Händlern ausschließlich durch über- 
große Ausfuhr deutscher Waren erklärt. Tatsächlich sind sie 
aber, soweit es sich um Kleineisen- und Stahlwaren handelt, 
durch große Ausfuhr Frankreichs und, soweit es sich um Ma. 
nufakturwaren handelt, durch große Ausfuhr Englands, Indiens 
und Japans verursacht. 
In Belgien haben bis vor nicht langer Zeit die Behörden 
möglichst den Einkauf ihres Bedarfs nicht in Deutschland 
vorgenommen. KErfreulicherweise hat sich das in der Zwischen- 
zeit geändert. Auch heute noch sind in Belgien sowohl wie in 
England einige Zeitschriften nicht bereit, Inserate deutscher 
Firmen aufzunehmen. Hierin ist eine Wirkung der aus dem 
Kriege herrührenden feindlichen Stimmung zu erblicken, auch 
das Bestreben, den deutschen Erzeugnissen den Zugang zum 
Weltmarkt nach Möglichkeit zu erschweren. Die Wettbewerbs- 
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