Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

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Preisstellung.
Der  Preis  für  die  Literportion  war  anfänglich  auf  15  Pfg.  fefgefeßt.
Derfelbe  wurde  dann  infolge  des  geringen  Befuches  auf  10  Pfg.  herabgefeßt,
inde|fen  infolge  der  Lebensmittelteuerung  am  1.  April  1915  auf  15  Pfg.,  am  1.  Juli
1916  auf  20  Pfg.,  am  15.  Juli  1916  auf  25  Pfg.,  am  15.  Obt.  1916  auf  30  Pfg.
und  am  1.  Juni  1917  auf  35  Pfg.  erhöht.  Aber  auch  diefer  Preis  i|t  gegenüber
andern  Städten  noch  billig,  da,  foweit  bekannt,  die  Literportion  vielfach  bis
zu  45  Pfg.  abgegeben  oder  nur  eine  3 /i  Liter  Portion  verabfolgt  wird.
Perfonen,  welche  in  den  Stadtküchen  an  Ort  und  Stelle  fpeifen,  zahlen
für  die  Portion  5  Pfg.  mehr.  Grundfäßlich  werden  die  Speifen  nur  im  Wochenabonnement ­
  ausgegeben,  was  den  doppelten  Vorteil  bietet,  daß,  infolge
beferer  Ueberfdit  über  den  Abfaß,  das  Ueberbleiben  von  Reften  vermieden
werden  kann  und  vor  allem,  daß  die  Befucher  der  Stadtküchen  ftändig  eine
kräftige  Nahrung  erhalten.  Der  Preis  der  Wochenkarte  beträgt  ab  1.  Juni
1917  bei  Abholung  des  E|fens  Mk.  2.10,  wenn  das  E|]en  in  der  Küche  verzehrt ­
  wird  Mk.  2.40.  Eine  in  den  Küchen  eingenommene  Einzelportion
koftet  Mk.  0.50.
Die  Selbftkoften  pro  Portion  betrugen  im  Oktober  1916  2  7  72  Pfg.,  im
November  1916  31  Vs  Pfg-,  im  Dezember  1916  357s  Pfg.  Abgefehen  von  peinlich ­
  genauer  Führung  der  ordnungsmäßigen  Gefchäftsbücher  für  den  Lebensmitteleinkauf, ­
  für  die  Gehälter,  Löhne,  allgemeinen  Unkoften  ufw.  erfolgt  monatlidi
  eine  ftatiftifdie  Aufhellung  über  die  Verteilung  der  Einnahmen  und  Ausgaben ­
  auf  die  einzelnen  Küdien,  ihre  Bedürfni|fe  und  ihre  Leiftungen  (flehe
abgedruckte  Beifpiele).  Für  Deckung  der  Anfdiaffungskoften  für  Kochke|fel
Wafditroge,  Rohrleitungen  Gefchirre  ufw.  wird  pro  Portion  7a  Pfg.  Abfchreibung
  geredmet,  welcher  Saß  erfahrungsgemäß  den  wirklichen  Aufwendungen ­
  entfpricht.  Der  von  der  Wohlfahrtzentrale  zu  den  Kriegsküchen
bis  zum  30.  Juni  1917  geleiftete  Zufchuß  betrug  Mk.  589100,20.
Die  erhebliche  Steigerung  der  Selbftkoften  ift  zurückzuführen  auf  die
außerordentliche  Preisfteigerung  der  Lebensmittel  und  die  infolge  der
Kartoffelknappheit  notwendig  gewordene  vorzugsweife  Verwendung  von
ungleich  teueren  Gemüfen,  namentlidi  Dörrgemüfe.  Im  November  1915  befanden ­
  die  Gerichte  zu  3 /s  aus  Kartoffeln  und  zu  2 / 5  ausGemüfe,  im  Dezember
1916  zu  7s  aus  Kartoffeln  und  zu  4 / 5  aus  Gemüfe.  Das  Frifchgemüfe  gibt
durch  längeres  Lagern  mehr  Abfall,  Dörrgemüfe  feilt  (ich  ca.  4  mal  teurer,
wie  Frifchgemüfe.
Zugegeben,  daß  eine  große,  mechanifch  betriebene  Zentralküche  mit
geringeren  Unkoften  arbeiten  würde,  ließe  (ich,  abgefehen  davon,  daß  die
            
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