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sehen Verkehr, dagegen nicht. Da keine Tanks vorhanden sind,
muss auch das Standgeld in Berechnung gezogen werden. Ferner,
dass in Oesterreich wie in Rumänien die ST.O.C. schon Fuss ge
fasst hat und infolgedessen bei etwaiger Aufnahme des Exports
nach Deutschland ebenfalls des Genusses dieser Ausnahmetarife
teilhaftig werden würde. Für Russland liegen die Verhältnisse
seiner grösseren Produktion und fortgeschritteneren Exportorgani
sation halber etwas günstiger.
Alles in allem genommen ist die Ermässigung der Fracht
sätze für ausseramerikanische Oele nur zu begrüssen. Als ernst
liche Kampfmassregel gegen den Trust hat sie aber, wie noch
mals wiederholt sein mag, eine untergeordnete Bedeutung, schon
■deshalb, weil sie auf die gleichfalls amerikanisches Oel vertreibende
P. P. A.-G. und auf die Pure Oil Co. nicht angewendet werden
könnte. Sie gewinnt sie erst in Verbindung mit andern Massregeln.
4. Verweigerung von Plätzen.
Nur kurz will ich die Verweigerung von Plätzen von seiten
der Bahnen für Tankanlagen, die von der D.-A. P.-G. auf fis
kalischem Terrain projektiert sind, erwähnen, wie sie von ver
schiedenen Handelskammern empfohlen worden ist und vom
Königreich Sachsen auch ausgeübt wird. Dass ein solches Ver
halten der Behörden wirkungslos ist, braucht eigentlich nicht erst
gesagt zu werden. Denn es wird einfach ein Privatgrundstück
zur Einbettung des Tanks gepachtet; die Bahn geht nur des
Pachtpreises verlustig, den sie sonst erhalten haben würde. Des
halb geht man in Preussen weniger schroff vor und gestattet die
Anlagen überall da, wo noch Platz genug für eine zweite An
lage ist.
5. Ersetzung des Mas s Verkaufs durch Gewichts
verkauf.
Mehr der Kuriosität halber erwähne ich noch einen von Wolff
in seinem Buche »Die russische Naphtha-Industrie und der deutsche
Petroleummarkt« gemachten Vorschlag. Er agitiert dafür, zugunsten
fies russischen Petroleums reichsgesetzlich den Massverkauf zu
verbieten und ihn durch den Gewichtsverkauf zu ersetzen. Er will
auch den Kunden, um sie für den Bezug von russischem Oel zu
begeistern, gratis Brenner und Zylinder mitgegeben wissen. Ich
halte es nicht für erforderlich, auf diese Vorschläge näher einzu
gehen; sie wurzeln eben nicht in der Wirklichkeit 1 ).
1) Wolffs Arbeit leidet überhaupt an manchen Flüchtigkeiten. So behauptet er