Full text : Krieg und Banken

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weiter  gearbeitet,  und  wie  wir  heute  wissen,  ihre  Verpflichtungen ­
  voll  erfüllen  können.  Es  kam  ihnen  zustatten,  daß
der  Krieg  in  einer  Zeit  begann,  in  welcher  Deutschland  im
Zeichen  einer  niedergehenden  Konjunktur  stand.  Bereits  seit
dem  Jahre  1912  war  auf  den  verschiedensten  Gebieten  unseres
Wirtschaftslebens  eine  stärkere  Einschränkung  eingetreten.  Die
Banken  waren  dadurch  in  die  Lage  versetzt  worden,  eine  größere
Liquidität  zu  zeigen,  als  in  den  Tagen  hochgehender  Konjunktur.
Die  Zunahme  des  Qüterexportes  im  Jahre  1913  und  im  ersten
Semester  1914  war  unserer  Zahlungsbilanz  zustatten  gekommen
und  hatte  nicht  unerhebliche  Barbeträge  ins  Land  geführt,  die
den  Banken  zuflossen,  ohne  von  diesen  im  Inlande  in  vollem  Umfange ­
  nutzbringend  angelegt  werden  zu  können.
Die  vom  Ausland  seitens  der  deutschen  Bankwelt  hereingenommenen ­
  befristeten  Gelder  hatte  diese  zurückgezählt  und
darüber  hinaus  ihrerseits  nicht  geringe  Beträge  hinausleihen
können,  so  daß  bei  Kriegsausbruch  ■—  im  Gegensatz  zu  früheren
Jahren  —  die  deutschen  Großbanken  fast  ausschließlich  Geldgeber ­
  gegenüber  dem  Auslande  waren.
Wenn  auch  diese  Summen  heute,  soweit  sie  im  feindlichen
Auslande,  besonders  also  in  Rußland,  angelegt  sind,  der  deutschen ­
  Qeldwirtschaft  fehlen,  so  fällt  dieser  Umstand  nicht  so
stark  ins  Gewicht,  da  auf  der  anderen  Seite  naturgemäß  viele
fällige  Forderungen  unserer  Feinde  an  unsere  Importindustrie
und  den  Einfuhrhandel  nicht  befriedigt  werden  können  und  dürfen.
Alles  in  allem  betrachtet,  war  die  Lage,  in  welcher  sich  die  Bankwelt ­
  und  insbesondere  die  leitenden  Institute  befanden,  nicht
ungünstig  und  im  Vergleich  zu  derjenigen  der  großen  Häuser  in
Frankreich  und  Rußland  außerordentlich  kräftig.  Auch  die  führenden ­
  englischen  Banken  haben  in  dieser  kritischen  Zeit
ihrer  Nationalwirtschaft  keine  bessere  Stütze  sein  können,  als  die
unsrigen.  Wenn  das  englische  Banksystem  vielen  deutschen
Wirtschaftpolitikern  gegenüber  dem  unserigen  als  das  bessere
erschienen  ist,  wobei  auch  unsererseits  nicht  bestritten  werden
soll,  daß  vom  rein  banktechnischen  Standpunkt  aus  die  Verbindung
von  Depositen-  und  Emissionsbank,  wie  sie  bei  uns  durchweg
besteht,  gewiß  kritisierbar  ist,  so  hat  sich  diese  in  unserer  wirtschaftlichen ­
  Entwicklung  begründete  und  aus  ihr  hervorgegangene
und  erklärliche  Konstruktion  unserer  Banken  im  Kriege  als  segens ­
            
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