Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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Graubünden  noch  wenig  bekannten  Banknoten  grossen  Schwierigkeiten.
Um  dem  Publikum  die  Sache  mundgerechter  zu  machen,  wurden  zuerst
verzinsliche  Noten  ausgegeben,  auf  deren  Rückseite  sich  eine  Tabelle  mit
Zinsberechnung  befand.  Doch  bald  wurde  diese  Einrichtung  wieder  fallen
gelassen,  und  die  gewöhnlichen  Noten  fanden  Eingang.  Die  Emiss-on
wurde  sukzessive  von  400,000  Er.  auf  1,125,000  Er.  erhöht.  Da  wurde  1871
die  bestehende  Bündnerische  Spar-  und  Hypothekarkasse  in  die  Graubündner ­
  Kantonalbank  umgewandelt,  und  die  neue  Staatsanstalt  beeilte
sich,  das  Notengeschäft  an  die  Hand  zu  nehmen.  Zwischen  den  beiden
Instituten  herrschte  zu  gewissen  Zeiten  ein  förmlicher  Banknotenkrieg,
indem  jede  Bank  die  Noten  der  andern  ansammelte,  um  sie  dann  in  einem
möglichst  ungelegenen  Augenblick  in  grossen  Posten  zur  Einlösung  zu
präsentieren.  Gesetzgeberische  Erlasse,  die  das  Staatsinstitut  begünstigten,
führten  schliesslich  dazu,  dass  die  Bank  für  Graubünden  1881  schon  auf
ihr  Emissionsrecht  verzichtete.  Die  Bank  verlegte  von  da  an  noch  mehr
als  bisher  das  Schwergewicht  ihrer  Tätigkeit  auf  das  Kontokorrent-  und
Darlehensgeschäft.
Auch  die  übrigen  ehemaligen  Emissionsbanken  der  Gruppe  wandelten,
soweit  sie  es  nicht  überhaupt  von  Anfang  an  waren,  sich  im  Laufe  ihres
Bestehens  immer  mehr  in  Handelsbanken  um,  so  dass  die  Aufgabe  des
Noten-Emissionsrechtes  bei  Eröffnung  der  Nationalbank  oder  schon  früher
an  der  innern  Natur  der  Anstalten  nicht  viel  änderte.  Eür  viele  war  das
Notengeschäft  immer  eine  ziemlich  unbedeutende  Zugabe  gewesen,  für  die
man  sich  ursprünglich  des  erwarteten  Gewinnes  wegen  entschlossen,  und
die  man  dann  in  der  Folge  aus  Tradition  beibehalten  hatte;  auch  als  man
erkannte,  dass  die  Verbindung  von  Noten-  und  Handelsbank  ihre  Nachteile
und  Gefahren  in  sich  schloss.
Eine  zweite  Gruppe  von  heutigen  Lokal-  und  Mittelbanken  bestand  von
Anfang  an  aus  kleinen  Handels-  oder  Gewerbebanken;  sie  wurden  gegründet ­
  an  Plätzen  mit  bedeutendem  gewerblichem  und  industriellem
Leben,  regem  Handel  oder  lebhaftem.Fremdenverkehr.  So  entstanden  u.  a.:
1855  Comptoir  d’Escompte  de  Geneve;  heute  die  Bank  mit
dem  grössten  einbezahlten  Aktienkapital  unserer  Gruppe
(15  Millionen  Franken);
1860  Handwerkerbank  Basel;
1863  Bank  in  Baden;
Bank  in  Zofingen;
Berner  Handelsbank;
1864  Banque  du  Locle;
            
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