Full text : Der Weg zum Sozialismus

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rare»;  man  denke  auch  an  die  Opfer  der  Philantropie  des
Herrn  Abbe  im  Jenaer  Zeiswerk,  die  in  einem  behäbigen
Spießbürgertum  versunken  sind.
Keine  Sozialisierung  einzelner  Betriebe.
Der  einzelne  Betrieb  gehört  nicht  den  in  ihm  beschäftigten ­
  Arbeitern,  sondern  der  Gesamtheit  der  Arbeiterklasse,
die  erst  durch  die  volle  Verfügung  über  alle  Betriebe  zu
einer  sozialistischen  Regelung  der  ganzen  Produktion  befähigt
wird.  Die  Sozialisierung  kann  deshalb  nicht  vom  einzelnen
Betrieb  ausgehen,  sondern  nur  von  der  Zentralgewalt  der
Arbeiterklasse.
Nun  könnte  man  sagen,  daß  selbst  unter  dieser  Voraussetzung ­
  es  richtig  sei,  hier  oder  dort  die  ersten  Schritte
grundsätzlich  zu  tun,  bis  die  allgemeine  Situation  für  die  gesamte ­
  Vergesellschaftung  reif  ist.  Wir  nehmen  indessen  an,
daß  auch  die  Braunschweiger  Genossen  in  jenem  Betriebe
ganze  Arbeit  machen  wollten  und  ihnen  dafür  nur  erhebliche
Widerstände  im  Wege  standen.  Das  wird  sich  auch  bei  jedem
anderen  derartigen  Versuch  zeigen.  Man  denke  beispielsweise ­
  daran,  in  welche  Schwierigkeiten  die  Bremer  Arbeiterschaft ­
  geriet,  als  sie  den  kühnen  Versuch  unternahm,  die
ganze  Staatsverwaltung  in  ihre  Hände  zu  nehmen.  Die  Banken
sperrten  den  Kredit.  Es  stellte  sich  heraus,  daß  die  deutsche
Kapitalmacht  stärker  war,  als  die  bewaffnete  Arbeiterschaft
Bremens.  Einzelne  sozialisierte  Betriebe  müssen  immer  noch
mit  der  kapitalistischen  Wirtschaftsordnung  rechnen.  Sie  sind
vor  allem  auf  den  Geldmarkt  und  seinen  Kredit  angewiesen
und  die  Großbanken  hätten  es  in  der  Hand,  den  ganzen  Betrieb ­
  stillzulegen.  Ebenso  würden  ganze  Industriezweige  vom
allgemeinen  Markt  abhängig  sein.  Der  Kapitalismus  hätte  es
in  der  Hand,  ihnen  die  Rohprodukte  und  die  Absatzmöglichkeiten ­
  zu  sperren,  oder  den  Arbeitern  die  Nahrungsquellen
zu  verschließen.  Verfrühte  Experimente  sind  also  stets  zum
Scheitern  verurteilt.  Bedingung  für  die  Sozialisierung  ist  also
die  Sicherung  des  Kredits,  der  Rohstoffe,  der  Absatzgebiete
und  der  Nahrungsmittelquellen.  Damit  ist  gesagt,  daß  eine
Sozialisierung  einzelner  Betriebe  vollkommen,  einzelner  Industrien ­
  fast  ausgeschlossen  ist.  Die  Sozialisierung  hat  als
schmälste  Grundlage  ganze  Wirtschaftsgebiete.
Sozialisierung  ganzer  Wirtschaftsbetriebe.
So  wird  es  z.  B.  möglich  sein,  das  rheinisch-westfälische
Industriegebiet  zu  sozialisieren.  Die  Rohstoffquellen  für  die
dortigen  Industrien  sind  in  den  Kohlen-  und  Erzlagern  vor-
            
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