Beachtung von seiten aller Geologen und Volkswirte, die ein In-
teresse daran haben, die praktischen Konsequenzen aus den Unter-
suchungen über Bau und Zusammensetzung der Erdrinde gezogen
zu sehen.
Es ist in der Tat Zeit, daß auch für das Deutsche Reich und
seine Kolonien eine Zentralinstanz geschaffen werde, wie sie ähn-
lich bereits Nordamerika besitzt, durch welche eine planmäßige
Entwickelung und Ausgestaltung der montanistischen Produk-
tionslehre herbeizuführen wäre. Daß dies in erster Linie auf geo-
logischer Grundlage zu geschehen hätte, ist erfreulicherweise in
der Denkschrift gebührend betont worden. Damit ist aber zugleich
anerkannt, daß diese neue Behörde an die bereits ähnliche Ziele
verfolgenden geologischen Landesanstalten anzugliedern wäre,
wodurch freilich deren Arbeitspensum, in Preußen besonders, eine
ganz erhebliche Erweiterung erfahren würde. Ihrer Ansicht nach
wäre es überhaupt nötig gewesen, daß sich schon früher die geo-
logischen Landesanstalten und mehr, als es geschehen, bergwirt-
schaftlichen Aufgaben in Ihrem Sinne hätten zuwenden sollen.
Weil dieselben es nicht taten, hätten sie ihren Charakter als prak-
tische Ziele verfolgende Aufnahmebehörden verleugnet und mehr
nach Art wissenschaftlicher Akademien gearbeitet.
Demgegenüber möchte ich mir gestatten, Sie daran zu erinnern,
daß die geologischen Landesanstalten zunächst die Aufgabe haben,
die wissenschaftliche Grundlage, die für jegliche praktische Nutz-
barmachung der Geologie unentbehrlich ist, nämlich die geolo-
gischen Spezialkarten zu schaffen und darnach im Verhältnis zu
den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, die praktische Ver-
wertung der Karten, der gewonnenen Resultate in die Wege zu
leiten. Daß hierbei die Lagerstättenlehre vielfach zu kurz kam,
lag wohl nicht an dem guten Willen der geologischen Landes-
anstalten, das beweisen die vielfachen Publikationen auf diesem
Gebiete, sondern an der Schwierigkeit der Materie, an der kom-
plexen Beschaffenheit des Gegenstandes, wie Ihre Denkschrift das
am besten erkennen läßt, und daran, daß für derartige umfang-
reiche Nebenaufgaben den Landesanstalten die Mittel und Kräfte
fehlten. Was die geologischen Landesanstalten auf anderen Ge-
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