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besonderen Werkstätten arbeiteten, 109 in Küchen, 325 in Wohn
stuben, 94 in Schlafzimmern und 14 in Räumen, die zugleich
Küchen und Schlafzimmer waren.
Wenn auch die Armut der Hausarbeiter zumeist nur in be
scheidenem Maße eine Besserung der Verhältnisse zuläßt, so darf der
Einfluß einer verständnisvoll ausgeübten Gewerbeinspektion doch
auch nicht unterschätzt weiden. Vielfach ist der ungesunde Zustand
der Werkstätten nicht so sehr auf die mangelhafte Beschaffenheit
als auf ihre Unsauberkeit, ungenügende Lüftung zurückzuführen.
Hier kann erziehlich manches geleistet werden, und es ist ein
großer Vorzug, daß die Gewerbeaufsicht auch auf das Law) kommt,
das sonst durch keine GesunÄheitsinspektion erreicht wird. Es ist
zu erhoffen, daß bei dieser Gelegenheit mancherlei Mitzstände auf
gedeckt werden, die sonst nie ans Tageslicht kämen. Bei dem hohen
Stande und dem ausgeprägten Bevufseifer unserer deutschen Ge-
werbeaufficht, dem besonderen Interesse, das sie vielfach gerade der
Hausarbeit schenkt, würden sich aus ihrer Tätigkeit erfreuliche Aus-,
sichten für die Zukunft eröffnen, wenn die Zahl der Gewerbeauf
sichtsbeamten auch nur annähernd im Verhältnis zu der neuen
großen Aufgabe stände. Eine Ne'beneinanderstellung der Zahl der
gemeldeten Hausarbeiter und der Zahl der Gewerbeauf
sichtsbeamten, die sie neben ihrer sonstigen Arbeit kontrollieren
sollen, erweist am besten die Unmöglichkeit einer wirklich ausgiebigen
Aufsicht, zumal die Hausarbeiter sicherlich nur zum Teil gemeldet
sind, weit zerstreut wohnen und eine außerordentlich stark fluktu
ierende Arbeiterschicht darstellen.
Bezirk
Schleswig*)
Stettin und Stralsund *).
Stadt Breslau*) . . .
Reg.-Bez. Breslau*) . .
.. .. Cöln*) . . .
Kreishptmschft. Chemnitz*)
Dresden*)
„ Leipzig *)
Württemberg*) ....
Zahl der
Laus
arbeiter
3976
8319
14481
26705
5522
16185
26896
22965
19823
Gewerbe
inspektoren
4
2
10
5
4
3
4
15
«Wer Revisionen
1
5
9
4
7
9
6
5
117
ca. 800
*) Im Jahre 1912.
Leimarbeit im Kriege.
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