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rung des Hausarbeitgesetzes auf die lange Bank geschoben. Als
man im Sommer 1915 einsehen mutzte, daß mit längerer Dauer
des Kriegszustandes zu rechnen war, die Verhältnisse in der Haus
arbeit aber gleichzeitig eine sehr bedenkliche Zuspitzung infolge des
gewaltigen Zustroms unorganisierter Kräfte auswiesen, veranstaltete
die Auskunstsstelle für Heimarbeitreform am 4. 8. 1915 eine
Konferenz, an der die sachkundigsten Vertreter der Generalkommis
sion der Gewerkschaften Deutschlands, des Gesamtverbandes der
christlichen Gewerkschaften, des Verbandes der Deutschen Gewerk
vereine H.-D.), der Polnischen Berufsvereinigung, des Ständigen
Ausschusses zur Förderung der Arbeiterinneninteressen, des Bureaus
fiir Sozialpolitik, der Gesellschaft für soziale Reform und des Zen
tralvereins fiir das Wohl der arbeitenden Klassen teilnahmen. Ueber-
einstimmend wurde von allen Arbeitervertretern die Lage der Heim
arbeit als sehr bedrohlich, besonders im Hinblick ans die Zukunft
nach dem Wegfall der großen Heeresaufträge bezeichnet und dem
Bedauern Ausdruck gegeben, daß nichts geschehe, um rechtzeitig
dem mit Sicherheit zu erwartenden Chaos nach dem Kriege vor
zubeugen. Die Konferenz einigte sich sodann über eine Eingabe an
den Bundesrat (s. Anlage 2), in der möglichst beschleunigte
Durchführung der ZK 3 und 4, des sanitären Schutzes.und Schaf-
stmg von Fachausschüssen gefordert wurde. Der Reichstag schloß
sich in einer, von Vertretern aller Parteien unterzeichneten Reso
lution, in der um eine beschleunigte und allgemeinere Durchführung
des .Hausarbeitgesetzes ersucht wurde, dieser Stellungnahme an; auch
in der Presse wurden in gleicher Richtung Stimmen laut. Trotz
dem verharrte die Regierung auf einein ablehnenden Standpunkt.
Werm auch Beschleunigung der Erhebungen zu ZK 3 und 4 zuge
sagt wurde, so sei es doch bei der Ueberlastung der Gewerbeaussichts-
beamten und den Einziehungen der tatkräftigsten Männer aus allen
Kreisen während des Krieges unmöglich, Fachausschüsse zu errichten.
Im Februar 1916 befand die Auskunftsftelle für Heimarbeitreform
eine zweite .Heimarbeitskonferenz unter Beteiligung der gleichen
Kreise für notwendig, die von neuem ihre Bitte rat Schaffung der
Fachausschüsse wiederholte, indem sie den Einwand der Regierung,