geistigem Gebiete durch die klassischen Werke seiner Denker und
Forscher, Dichter und Tonsetzer zu ungeahnten Höhen emporstieg,
seine vier Jahrhunderte alte ehrwürdige und ehemals hochberühmte
Universität im Jahre 1796 verloren und damit eine damals zwar
fast erstarrte, aber doch unter günstigeren Bedingungen wieder
entwicklungsfähige Lehr- und Bildungsanstalt eingebüßt. Als die
Rheinlande bald darauf eine neue Hochschule erhielten, erblühte
sie in Bonn, und es verging fast ein Jahrhundert, bis Köln aber
mals teils durch den Unternehmergeist einiger seiner Mitbürger,
teils aus eigener Kraft mit Selbstgefühl und Schaffensdrang eine den
Bedürfnissen unserer Zeit entsprechende Hochschule ins Leben rief.
ln der dazwischen liegenden Zeit brach sich das geistige
Leben Kölns in anderer Weise und mit andern Mitteln Bahn.
Diese Richtung wird bezeichnet durch den von der Firma J. P.
Bachem gegründeten und immer weiter ausgebauten Buch- und
Zeitschriften-Verlag und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch
die von ihr gegründeten Zeitungen, an denen sie im Einvernehmen
mit den Redaktionen zahlreichen geistigen Kräften der Politik,
Wissenschaft und Literatur einen Mittelpunkt ihrer Interessen
und Bestrebungen und für Heimat und Fremde ein fruchtbares Feld
ihrer Betätigung gab und sie dadurch innerlich mit Köln verband.
Die rheinische Hauptstadt besaß schon in der ersten Hälfte
des vorigen Jahrhunderts eine maßgebende liberale Presse. In
diesem Zusammenhang ist nur von den Unternehmungen des
Bachemschen Verlags die Rede. Wenn dessen Begründer trotz
vieler entgegenstehender Schwierigkeiten und widerwärtiger
Hemmungen sich kühn auf sich selbst stellten und ihre Ziele
klar und entschlossen weiterverfolgten, so fühlten sie durchaus
richtig, daß im ganzen westlichen Deutschland keine zweite
Stadt so wie Köln als Mittelpunkt eines eigenen Kulturkreises
ihnen die Wege in die weite Welt offen und frei halten konnte.
Hier war eine Jahrtausende alte Ueberlieferung, die auf ein
städtisches Gemeinwesen immer aufs neue befruchtend wirkt;
hier flutete auf der alten Völkerstraße des Rheins ein reger
schöpferischer Verkehr; hier mündeten die Ströme fremden