Full text : Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Ausbruch  des  Krieges  dagegen  720  Personen  bei  der  Firma
beschäftigt  waren.  Während  des  Krieges  wurden  228  Angestellte ­
  zur  Fahne  einberufen,  so  daß  der  Personalbestand
entsprechend  sank.  Einschließlich  der  neu  eingestellten  weiblichen
Hilfskräfte,  die  nach  bestem  Können  die  entstandenen  Lücken
auszufüllen  sich  bemühen,  sind  doch  gegenwärtig  noch  645  Personen, ­
  teilweise  in  überlanger  Arbeitsschicht,  beschäftigt.
So  können  wir  denn  beruhigt,  in  der  Hoffnung  auf  ein  neu
aufblühendes  Vaterland  der  Zukunft  entgegensehen  mit  dem
Wunsche,  daß  das  Verhältnis  zwischen  der  Firma  und  ihrem
Personal  so  gut  bleiben  möge,  wie  es  bisher  zum  beiderseitigen
Besten  gewesen  ist.

Die  Buchbinderei  J.  P.  Bachem.
Gründliche  Forscher  führen  die  Kunst  der  Buchbinderei  bis
auf  die  Römer  zurück,  obschon  diese  ihre  Schriften,  wie  die
Aegypter,  in  Rollenform  aufbewahrten.  Aber  man  hatte  damals
schon  Notizbücher,  die  sog.  Diptychen,  aus  zwei  Deckeln  von
Holz,  später  Elfenbein  oder  edeln  Metallen  bestehend.  Die  künstlerische ­
  Ausgestaltung  dieser  Buchdeckel  hatte  im  Mittelalter
einen  hohen  Grad  erreicht,  und  aus  karolingischer  Zeit  sind  uns
prachtvolle  Goldschmiede-  und  Elfenbeinarbeiten  für  Evangeliare
usw.  erhalten.  Wie  alle  Kunst  und  Wissenschaft  und  im  besonderen
die  Bücherherstellung,  wurde  die  Buchbinderkunst  im  Mittelalter
ausschließlich  in  den  Klöstern  ausgeübt  und  konnte  erst  ein
Gewerbe  werden,  als  die  Erfindung  Gutenbergs  die  leichte  Vervielfältigung ­
  des  Buches  ermöglicht  hatte.  Erst  vier  Jahrhunderte
später  traten  für  die  manchfachen  Hantierungen,  die  zur  Herstellung ­
  eines  Bucheinbandes  nötig  sind,  nach  und  nach  Maschinen
ein.  So  nahm  die  Bogenfalzmaschine  dem  Menschen  das  Falzen
mittels  Falzbein  ab,  die  Einsägemaschine  besorgte  dann  das
Einsägen  der  Bogenrücken,  die  Vertiefungen  für  den  Bindfaden,
auf  der  Draht-  oder  Fadenheftmaschine  wird  die  Arbeit  für  das
Zusammenhalten  der  Bogen  geleistet,  verschiedene  Pressen  und
Schneidmaschinen  vollenden  das  Werk.
Diese  Entwicklung  der  Buchbinderei  zur  Massenherstellung
fällt  erst  in  das  19.  Jahrhundert.  In  den  Anfang  der  1850  er  Jahre
werden  auch  die  Anfänge  der  Bachemschen  Binderei  verlegt
            
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