seit einem Zeitraum von 23 Jahren in dem ganzen Bezirk des
Rheinischen Appellationsgerichtshofes“ sei. Diese Tat sei „insbesondere
aber auch nur dadurch möglich geworden, daß
Bachems drei bereits großjährigen Kinder auf ihr mütterliches
Vermögen von fast 21000 Talern Verzicht leisteten.“
Ein Beweis dafür, daß der schwergeprüfte Mann in der Achtung
seiner Berufskollegen infolge seines redlichen Handelns noch
gestiegen war, mag in dem Umstand erblickt werden, daß sie ihm
zum kurz darauf folgenden Neujahrstage ein für damalige Begriffe
kostbares Geschenk machten. Es ist ein im ältesten Stamm der
Familie vererbter feingeschliffener Kristallpokal mit der eingravierten
Inschrift: „Die Kölner Buchhändler ihrem verehrten Präsidenten
des Localvereins Herrn L. Bachem zum Neuen Jahre 1854.“
6. Lambert Bachems weiteres Wirken. Gründung des Kreisvereins
der Rheinisch-westphälischen Buchhändler 1843 und
des Kölner Verlagsvereins 1844.
Nach der Regelung der Zahlungsschwierigkeiten war der Geschäftsbetrieb
der Firma Bachem insofern vereinfacht worden,
als das Sortiment und die Leihbibliothek aufgegeben
worden waren. Lambert hatte das Haus Marzellenstraße 20 von
dem Eigentümer, Lotterieeinnehmer M. Krauß vom 15. März 1841
ab für 280 Taler, nach zwei Jahren für 300 Taler jährlich gemietet
21 ). Mühsam war der Verlag bei beschränkten Mitteln
wieder in Gang gebracht worden. Aber die Vorsicht, die nun
beobachtet wurde, in Verbindung mit der möglichsten Einschränkung
in den Ausgaben, brachte doch gute Früchte, und
Lambert Bachem war nach der Erfüllung seiner Verpflichtungen
gegen die Gläubiger 1845 in der Lage, das Haus Marzellenstraße 20
anzukaufen.
Daß sein Ansehen durch sein geschäftliches Unglück nicht
vermindert worden war, beweisen nicht nur die schon erwähnten
Zuschriften, in welchen seine Gläubiger aus freien Stücken auf
ihr Guthaben verzichten wollten, sondern auch der Umstand, daß
er bei der Gründung des „Kreisvereins der rheinischwestphälischen
Buchhändler“ am 3. September 1843 als