Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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das  sich  inzwîschen  bereichert  bat,  wohingegen  imsere  Staal
schuld  auf  nahezu  7  Milliarden  angeschwollen  ist,  den  Hafi
von  Rotterdam,  verbessert  seine  technische  Ausrüstung  in',
verwirklicht  auf  allen  Gebieten  die  zweckdienlichsten  wii
schaftlichen  Bedingungen,  wodurch  es  unsere  Kundschaft  <
sich  reiBen  kann.  Und  angesichts  dieser  Sachlage  stellt  me
uns  ProhibitivmaBregeln  vor,  die  unseren  ganzen  Handel  m
Deutschland  zugrunde  richten  müssen,  Was  tun  wir,  um  ui
gegen  derartige  gefahrvolle  Môglichkeiten  zu  schützen?  Welcl
MaBregeln  haben  die  Interessenten  ergriffen,  um  unseï
maritime  Lage  zu  wahren?  Das  sind  furchtbar  ernste  Fragei
deren  Beantwortung  wir  jenen  überlassen,  auf  deren  Schulter
mit  der  Pflicht  der  Fürsorge  und  des  Eingreifens  die  Veran
wortlichkeit  lastet,
Vor  kurzem  lasen  wir  in  einem  der  ersten  Schiffahrü
blatter  Englands,  in  „Fairplay",  daB  der  Antwerpener  Hafei
Deutschlands  Weinberg  Naboths,  nur  unter  der  Bedingung  a
Belgien  zurückgegeben  werden  darf,  daB  es  Deutschland  ail
Handelsvorteile,  die  es  dort  genoB,  in  dem  MaBe  entzieht,  il
welchem  man  dies  für  nôtig  erachten  würde:  „Germany  ,  .
Antwerp  was  her  Naboth's  vineyard,  and  that  port,  of  course!
has  to  be  restored  to  Belgium  with  such  restrictions  agains
German  trading  facilities  as  may  be  deemed  expédient,” 2 )
Wir  lesen  in  der  Bibel,  daB  Naboth  auf  den  Fluren  Jezraeh
einen  Weinberg  besaB,  der  an  den  Palast  Achabs,  des  Kônig;
von  Israël,  stieB,  Ein  Angebot  des  letzteren,  ihm  sein  Eigen
tum  abzukaufen,  schlug  Naboth  mit  der  Begründung  aus,  dal
das  mosaische  Gesetz  jegliche  VerauBerung  von  Matrimonialgiitern
  verbiete,  Um  die  Grille  ihres  Ehegatten  zu  befriedigen
bestach  die  Kônigin  Jezabel  zwei  falsche  Zeugen,  die  Naboth
der  Gotteslâsterung  beschuldigten  und  zu  Tode  brachten,
Môge  ,,Fairplay“  es  uns  nicht  für  ungut  nehmen,  aber  der
heiBersehnte  Weinberg  gehôrt  bis  jetzt  noch  der  Stadt  Antwerpen;
  laBt  uns  ihn  bewahren,  bebauen  und  ausnutzen  in
voiler  und  ganzer  Unabhângigkeit,  und  laBt  uns  den  Achabs
und  Jezabels  mifitrauen!

E  n  d  e.

2 )  Fairplay,  Nummer  vom  4,  Januar  1917.
            
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