Full text: Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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ihrerseits; darum ist beîgisches Kapital für Schiffahrtsunter- 
nehmungen dieser Art auch nicht mehr zu finden, Wir werden 
spâter sehen, wie die Regierung sich ins Zeug legen muBte, 
nm ihren Untergang zu verhüten, Um ihre Flotte zu bilden, 
kauîten diese Reeder-Spediteure im Auslande alte Dampîer 
zusammen und gaben ihnen unterschiedslos berühmte Namen 
aus der belgischen Geschichte, um die Aufmerksamkeit auf 
den nationalen Charakter des Unternehmens zu lenken und 
dem patriotischen Geiste einen Sporn zu geben, der durch die 
Ausbreitungspolitik Leopolds IL geweckt wurde. Dieser Kônig 
und sein Nachfolger Albert haben viel für die belgische Reederei 
getan; sie UeBen keine Gelegenheit vorbeîgehen, um der Schiff- 
fahrtsausbreitung Belgiens das Wort zu reden. Viel Beachtung 
fand eine Rede, die Léopold IL am 15. November 1898 zu Ant- 
werpen hielt, und die mit den Worten schloB: „Wir waren die 
ersten auf dem Festlande, die Eisenbahnen bauten; wir müssen 
auch imstande sein, sie durch Schiffahrtslinien zu verlângern." 
Diese Worte gaben den AnstoB zu einer Propaganda, die mit 
der Gründung der „Ligue Maritime Belge" und verschiedener 
Monats- und Tageblâtter auf den Plan trat, Auf Antrieb des 
Kônigs setzte die Regierung verschiedene Gésetze zur Fôrde- 
rung der belgischen Schiffahrtsunternehmungen durch, Wir 
werden in einem spâteren Kapitel auf sie zurückkommen. 
Selbst unter der Voraussetzung, daB der Betrieb unserer 
Reedereien auf fester, Grundlage beruht hâtte —- was nicht der 
Fall war —, wâre es zu spât gewesen, um sie zu bedeutender 
Entfaltung zu bringen. 1863, als der Aufschwung unseres 
Flafens seinen Anfang nahm, wâre die Zeit dazu gewesen, 
damais, als die fremden Reedereien noch nicht so feste Wurzel 
in unserem wirtschaftlichen Leben gefaBt hatten, Tatsâchlich 
entsprach der Erfolg der Unternehmungen auch keineswegs 
den auf sie gesetzten Hoffnungen; bis zum Jahre 1912 hat 
keine einzige dieser Reedereien Dividenden ausgekehrt, und 
wenn einige es 1913 taten, so konnte dies nur auf Kosten der 
Abschreibungen geschehen, die im Hinblick auf den Zustand 
des Schiffahrtsmaterîals mehr als unzureichend waren. 
Es gibt noch andere Faktoren, die der Entfaltung der 
Antwerpener Eigenschiffahrt entgegenwirkten; ein nâheres 
Eingehen auf sie würde uns zu weit führen, Nur auf einen 
wolîen wir noch weisen, Unser Ausfuhrhandel ist, weil er
	        
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