Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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Von  der  Schiffahrt  auî  der  Schelde,  die  nach  so  langwierigen
  und  mühsamen  Verhandlungen  von  den  Hemmnissen,
die  ihre  Entwickelung  bis  1863  lâhmten,  befreit  wurde  —  zu
welcher  Befreiung  aile  seefahrenden  Nationen,  die  an  unserem
Verkehr  interessiert  waren,  Beitrâge  zahlten  —  sollte  diejenige
jener  Nationen  sich  ausgeschlossen  sehen,  die  nach  dem  Zeugnisse
  des  Ministerprâsidenten  Barons  de  Brocqueville  am
meîsten  zu  ihrer  Entîaltung  beigetragen  hat!  Herr  de  Brocqueville ­
  wohnte  am  16.  Dezember  1911  dem  Festmahl  bei,  das  Herr
Albert  von  Bary  den  Notabilitâten  Antwerpens  und  Belgiens
gelegentlich  der  25.  Jahresfeier  des  Norddeutschen  Lloyds  in
Antwerpen  gab,  und  nahm  diese  Geîegenheit  wahr,  um  sich
über  die  groBzügigen  Plane  der  Regierung  in  bezug  auf  FluBkorrektion
  und  Ausbreitung  der  Hafenanlagen  auszulassen.
„Das  Gedeihen  des  Antwerpener  Hafens, 1 '  sagte  er,  „hangt  ab
von  den  groBen  Schiffahrtslinien,  die  ihn  regelmâBig  anlaufen,
und  unter  diesen  verdient  die  machtige  Bremer  Gesellschaft,
der  „Norddeutsche  Lloyd",  die  den  zwôlften  Teil  der  gesamten
Haîenbewegung  für  sich  beanspruchen  kann,  ganz  besondere
Erwâhnung." s8 )  Und  heute  will  der  Herr  de  Brocqueville  nicht
allein  die  Vorteile,  die  dem  Platze  Antwerpen  von  Seiten  des
N,  D,  L.,  sondern  überhaupt  aile  Vorteile,  die  ihm  aus  dem
deutschen  Schiffsverkehr  erwachsen,  durch  einen  Federzug  zu
nichte  machen!
Antwerpen  würde  also  fast  nur  noch  Schiffe  der  Bundesgenossen
  in  seinem  Hafen  sehen;  die  wenigen  neutralen  Schiffe,
die  vielleicht  auch  fürderhin  dort  anlaufen  würden,  waren
offenbar  nicht  zureichend,  um  ein  Gleichgewicht  herzustellen.
Der  îreie  Wettbewerb  ware  somit  aus  unserem  Hafen  verbannt,
und  was  das  für  unser  Land  bedeutet,  ist  aus  den  vorhergehenden
  Seiten  einigermaBen  ersichtlich,  wird  aber  auf  den
folgenden  noch  augenscheinlicher  zutage  treten.
Vor  dem  Kriege  verfügte  die  Handelsflotte  der  Welt  über
24  444  Schiffe  mit  einem  Gesamtgehalt  von  45  403  875  t, 2B )
Seitdem  betrugen  die  Schiffsverluste  auf  Grund  feindlicher
Handlungen  bis  30.  November  1916:

2a )  Die  Antwerpener  Zeitung  Le  Matin  vom  17.  Dezember  1911.
29 j  Nach  Lloyd's  List,  Juni  1914.

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