Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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Endîich  gibt  es  noch  einen  vierten  Faktor,  der  unmittelbar
auf  Verbüîigung  der  Frachtsâtze  hinwirkt;  der  Raumgehalt
der  Schiffe,
Je  groBer  das  Schiff  ist,  desto  niedriger  stellen  sicli  im
Verhâltnis  die  Unkosten  und  desto  billiger  sind  die  Fracbten.
So  braucht  ein  Dampîer  von  2000  t  eine  Bemannung  von
mindestens  19  Kôpfen,  wâhrend  ein  solcher  von  4000  t  reich-’ich
  besetzt  ist  mit  27  Mann,  das  Komxnando  mit  eingeschlossen.
Dann  aber  stehen  die  Unkosten  für  Lohn  und  Verpflegung  in
diesen  beiden  Fâllen  keineswegs  im  Verbaltnis  von  27  zu  19,  wie
man  glauben  kônnte,  Das  Kommando  bleibt  für  den  Dampîer
von  40001  wesentlich  dasselbe  wie  für  den  von  20001.  Vielleicht
werden  zwei  Offiziere  und  ein  Maschinist  mehr  angenommen,
und  der  Rest  des  Unterschiedes  zwischen  den  beiderseitigen
Besatzungen  entfallt  auf  Heizer  und  einige  Matrosen,  für
welche  die  Lohnsâtze  und  Verpflegungskosten  sich  naturgemaB
niedriger  stellen  als  für  Offiziere,  Es  ergibt  sich  also  ein  merklicher
  Unterschied  zugunsten  des  grôBeren  Schiffes,
Andererseits  sind  für  ein  solches  die  Kosten  der  Meilentonne
  um  vieles  niedriger.
Ein  Schiff  von  6250  t  z,  B.  verbraucht  tâglich  21  t  Kohlen,
um  eine  Geschwindigkeit  von  9  Meilen  die  Stunde  zu  entwickeln,
  ein  Schiff  von  2050  t  dagegen  verbraucht  bei  derselben
  Fahrgeschwindigkeit  ungefahr  9  t  Kohlen  per  Tag.  Man
sieht  es  also:  der  Raumgehalt  der  beiden  Schiffe  steht  im  Verhâltnis
  von  3:1,  der  Kohlenverbrauch  aber  nur  in  dem  von
2%  :  1,  was  einer  Bruttoersparnis  von  2 / fl  gleichkommt.  Und
dieser  Vorteil  steigert  sich  proportionell  mit  der  Lange  der
Fahrt.  Nimmt  man,  um  dies  an  einem  konkreten  Beispiel  zu
zeigen,  an,  daB  die  Schiffe  8000  Seemeilen  zu  durchlaufen
haben,  ohne  ihren  Kohlenvorrat  zu  erneuern,  so  kann  man
darauf  rechnen,  daB  das  Schiff  von  6250  t  in  der  Praxis  für
40  Tage  Bunkerkohle  mitnehmen  muB,  also  ungefahr  850  t;
es  braucht  also  den  Kohlen,  die  keine  Fracht  bezahlen,  nur
14%  von  seinem  Tonnengehalt  einzurâumen,  Das  Schiff  von
2050  t  dagegen  muB  360  t  Kohlen  mitnehmen  und  18%'  von
seinem  Schiffsraum  unproduktiv  lassen,
Infolgedessen  kommt  der  Transport  auf  einem  Schiff  von
6000  t  —  caeteris  paribus  —  um  ungefahr  ein  Drittel  billiger
zu  stehen  als  auf  einem  Schiff  von  2000  t.
            
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