Full text : Der Antwerpener Hafen und die Pariser Wirtschaftskonferenz

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den  Eisenbahnbetrieb,  neu  einrichten,  und  1  a  s  t,  but  not
1  e  a  s  t,  gegebenen  Faites  Ersatz  suchen  für  das  in  vielen  Unternehmungen
  angelegte  deutsche  Kapital. 10 )
Kurz  und  gut,  die  belgische  Industrie  wird  sich  im  Augenblick
  der  Wiederaufnahme  des  Geschâftes  gegen  seine  Konkurrenzunternehmungen
  offenbar  im  Nachteil  befinden.
Zudem  will  man  für  unsere  Industrie  die  deutsche  Grenze
abschlieBen?  Wo  soll  sie  dann  ihre  Kohl  en,  gewîsse  Erze,
Eisen  und  Stahl,  chemische  Produkte,  Farben  und  Maschinen
holen?  England  und  Frankreich  werden  uns  natürlich
schleunigst  ihre  Offerten  machen,  aber  zu  welchen  Bedingungen?
  Da  Frankreich  nicht  genug  Kohlen  für  seinen  eigenen
Bedarî  erzeugt  und  eine  krâftige  Ausbeutung  der  Kohlenlager
in  den  belgischen  Kempen  erst  in  einigen  Jahren  eintreten
kann,  würden  wir  für  unser  Brennmaterial  auf  England  angewiesen
  sein;  der  Transport  würde  mehr  kosten,  die  Kohle
daher  auch,  Deutschland  lieferte  uns  1913  6  675  000  t;  da
nun  seit  verschiedenen  Jahren  ein  auBerordentliches  MiBverhaltnis
  bestand  zwischen  unserer  GuBeisen-  und  Kohlenproduktion
 11  * ),  hatten  einige  Fabriken,  die  ihre  Kohlen  aus
Deutschland  beziehen  muBten,  sich  selbst  in  bestimmten
Landesteilen  lokalisîert,  wo  sie  diese  am  billigsten  bekommen
konnten.  MüBten  sie  ihre  Kohlen  in  England  kaufen,  wâre
ihre  Existenz,  die  von  einem  kleinen  Unterschiede  zwischen
dem  Produktions-  und  Verkaufspreise  abhângt,  schwer  bedroht.
In  Belgien  gibt  es  selbst  mehrere  Koksofen,  die  ihre  Kohlen
aus  Deutschland  holen,  um  den  Koks  wieder  nach  dahin  auszuführen.
 15 )
Andererseits  würde  die  Umstellung,  die  der  Ausgîeich  des
unermeBîichen  Verlustes  der  belgischen  Ausfuhr  nach  Deutschland ­
  erfordern  würde,  zu  viel  Zeit  in  Anspruch  nehmen,  um
nicht  kritisch  zu  sein;  die  Hoffnung,  diesen  Ausfall  durch  eine
in  demselben  MaBe  gesteigerte  Ausfuhr  nach  anderen  Lândern
ausgeglichen  zu  sehen,  würde  sich  aïs  eine  Utopie  erweisen,
Das  îâBt  die  bevorstehende  Erhohung  der  Produktionskosten,
10 )  Vornehmlich  in  der  Zink-,  Eisen-  und  Glasindustrie.
1  ’)  Von  1903—1912  ist  die  Produktion  von  Roheisen  von  1,216  Milî.
auf  2,301  MOI.  per  Jahr  gestiegen,  wâhrend  die  Kohlenfôrderung  uni
1  MOI,  t  gesunken  ist.
J2 )  W.  Bürklin,  Handbuch  des  belgischen  Wirtschaftslebens,  S,  45.
            
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