Full text : Ferdinand Lassalle

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Ich  fange  damst  an,  Ihnen  zu  sagen,  daß  ich  mich  nicht
eher  entschließen  werde,  Sie  zu  heiraten,  bis  ich  nicht
von  meiner  Krankheit  ganz  wiederhergestellt  bin.  Sie
müssen  einen  Mann  in  seiner  ganzen  Kraft  und  Stärke
haben,  wie  ich  es  noch  vor  einigen  Monaten  war.  Möge
mich  der  Himmel  vor  dem  großen  Unrecht  bewahren.
Sie  zur  Krankenwärterin  zu  machen!
Da  ich  die  Krankheit  aber  nicht  für  ein  ernstliches
Hindernis  halte,  weil  ich  nicht  zweifle,  in  einigen  Monaten
vollkommen  gesund  zu  sein,  so  will  ich  diesen  Grund
nicht  rechnen.
Aber  es  gibt  wichtigere  Sachen!
1.  Vor  allen  Dingen,  Sophie,  ist  reiflich  zu  überlegen, ­
  daß  ich  ein  Mann  bin,  der  seine  ganze  Existenz
einer  heiligen  Sache,  der  Sache  des  Volks  bis  in  ihre
äußersten  Konsequenzen  gewidmet  hat.  Diese  Sache
ist  bestimmt,  noch  in  unserem  Jahrhundert  zu  triumphieren, ­
  aber  sie  wird  ihre  Anhänger  noch  oft  schweren
Niederlagen  und  Gefahren  aussetzen.  In  diesem  Kampfe
könnte  ich  in  schreckliche  Lagen  kommen,  die  keine  Anhänglichkeit ­
  von  mir  abwenden  kann.  Mein  Vermögen,
meine  Freiheit,  mein  Leben  selbst  können  fortwährend
gefährdet  sein.  Nichts  ist  bei  mir  sicher!  Indem  Sie
mich  heiraten,  bauen  Sie  Ihre  Existenz,  Ihr  Haus  auf
der  Höhe  eines  Vulkans!  Werden  Sie  den  Mut  haben,
im  Falle  des  Mißlingens  alles  zu  tragen:  Verbannung,
Gefängnis,  Ruin,  Armut  und  selbst  den  Tod?  Und
was  noch  schlimmer,  vielleicht  ein  Leben  voller  Entbehrungen? ­

Wenn  nicht,  so  gehen  Sie  solchen  furchtbaren  Existenzen, ­
  welche  heute  den  Anblick  vollkommenen  Glücks
            
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